St. Pauli-Noten gegen Wolfsburg: Ein Kiezkicker fällt ab, einen retten gute Aktionen
Der FC St. Pauli hat den Sprung auf Relegationsrang 16 verpasst. Die Kiezkicker verloren ihr Abstiegs-Endspiel gegen den VfL Wolfsburg trotz ordentlicher Leistung daheim mit 1:3 und müssen zurück in die Zweite Liga. Nur einer fällt in der Einzelkritik deutlich ab, einen anderen retten viele gute Momente. Die MOPO-Noten:
Vasilj: Rette sein Team mit mehreren überragenden Paraden im gesamten Spielverlauf, wurde aber bei beiden Ecken gestört und kam nicht an den Ball. Dem Augenschein nach hätte er in beiden Szenen energischer zum Ball gehen müssen. Dennoch in der Summe aufgrund der Glanzparaden: Note 4
Dzwigala: Wieder einmal lieferte der Defensivallrounder weitestgehend stabil ab, als er gebraucht wurde, auch wenn ihm im Aufbauspiel immer wieder Fehler unterliefen. Seine Auswechslung hatte taktische Gründe. Note 4
77. Jones: Comeback im Saisonfinale. Seine Sprints ließen erahnen, was mit ihm in der Rückrunde möglich gewesen wäre, wenn er sich nicht zum zweiten Mal schwer verletzt hätte…
Wahl: Ein lange Zeit souveräner Abwehrchef, denn aus dem Spiel heraus fiel keines der ersten beiden Gegentore, aber in der Entstehung des entscheidenden 1:3 verlor er einen 50:50-Zweikampf. In den letzten zehn Minuten spielte er als Stürmer. Note 3,5
Ando: Der Japaner war in der Luft und auch am Boden nur schwer zu überwinden und haute sich in die Duelle, als sei er auf St. Pauli geboren. Hatte Glück, dass Eriksein den von ihm verursachten Handelfmeter an die Latte knallte. Note 3
Pyrka: Wie immer mit enormer Laufarbeit und in hohem Tempo auf der kompletten rechten Schiene unterwegs, aber traf bei aussichtsreichen Angriffssituationen die ein oder andere falsche Entscheidung. Note 3,5
Irvine: Zunächst präsent und kampfstark im defensiven Zentrum, war aber selten in gefährliche Offensivaktionen angebunden und konnte insbesondere nach dem Seitenwechsel nur wenige Akzente setzen oder gar das Spiel an sich reißen. Nicht zu vergessen: der Kapitän ist seit Monaten nicht bei 100 Prozent. Note 4
90.+1 Hara: Der Winterzugang und Dauerreservist sammelte im Saisonfinale noch einmal einen Mini-Einsatz – für die Statistik.
Fujita: Ein lange Zeit starker Auftritt des japanischen Nationalspielers, der sich als Balleroberer und -verteiler auf der Sechserposition sichtlich am wohlsten fühlt. Nach der Pause mehrten sich die Leichtsinnspässe und Ballverluste. Note 4
Oppie: Couragierter Auftritt mit einigen gefährlichen Vorstößen und guten Flanken, aber auch der ein oder anderen Ungenauigkeit bei kurzen Pässen. Im zweiten Durchgang wurden die Offensivaktionen weniger. Note 4
Metcalfe: Engagiert und immer wieder mit guten Offensivaktionen wie seinem Distanzschuss (34.), aber er hatte auch die ein oder andere Idee, die für Rätsel sorgte. Note 4
90.+1 Rasmussen: Konnte nichts mehr ausrichten.
Hountondji: MUSS den Ausgleich kurz vor der Pause machen, verwandelte jedoch eine hundertprozentige Torchance aus kurzer Distanz zu einer harmlosen Rückgabe. Symptomatisch. Auch sonst mit Problemen bei der Verarbeitung von Zuspielen. Einfach zu wenig und völlig zu Recht zur Pause raus. Note 5
46. Ceesay: Der Joker kam deutlich früher als zuletzt, zeigte den gewohnten Einsatz und traf im dritten Spiel nacheinander. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 weckte das Team auf und zündete das Stadion an. Das Feuer brannte leider nur kurz, aber Ceesay blieb immerhin ein Unruheherd. Note 2,5
Kaars: Der deutlich bessere der beiden Stürmer. Sehr engagiert und gut ins Offensivspiel eingebunden. Traumpass auf Hountondji, der eine Torvorlage hätte sein müssen. Nach der Pause nur noch selten in der gefährlichen Zone, aber weiterhin fleißig. Note 3,5