St. Pauli-Noten gegen Köln: Einer verdient sich eine Zwei, einer kassiert eine Fünf

Jackson Irvine und Mathias Pereira Lage beim St. Pauli-Spiel in Köln
Jackson Irvine (l.) und Mathias Pereira Lage sorgten für keine Torgefahr in Köln.

In der vierten Minute der Nachspielzeit holte sich der FC St. Pauli beim 1:1 in Köln den Punkt, dem man beim 1:3 in München noch so sehr nachtrauerte. St. Pauli holte damit das Maximum heraus bei den Rheinländern, das Tor von Ricky-Jade Jones war nämlich der einzige Ball, der auf den Kasten von Kölns Torhüter Marvin Schwäbe ging. Die Einzelkritik für die St. Paulianer in der Übersicht:

Vasilj: Stark bei seinen beiden Paraden gegen El Mala (21.) in kurzer Folge und bei seiner wichtigen Doppelparade in der Nachspielzeit, bekam ansonsten nicht allzu viel auf seine Kiste. Beim Gegentor (51.) wortwörtlich auf verlorenem Posten. Bester Hamburger. Note 2

Wahl: Zeigte im ersten Durchgang eine weitestgehend souveräne Leistung, musste dann aber angeschlagen in der Kabine bleiben. Der Routinier schien jedoch nicht ernsthaft verletzt. Note 3

46. Dzwigala: Es bleibt dabei: Man kann ihn immer reinschmeißen und sich auf ihn verlassen. Note 3

Smith: Hatte seine Abwehr, die nur wenig zuließ, bis auf wenige Situationen gut im Griff. Wirkte aber nicht immer souverän, wenn ihn der Gegner aggressiv anging. Note 3

Mets: Knallhart in den direkten Duellen, traf aber gerade in der Anfangsphase ein ums andere Mal die falsche Entscheidung mit dem Ball am Fuß. Musste raus, weil Trainer Blessin alles auf eine Karte setzte. Note 3,5

86. Ceesay: Hatte nach einer Hereingabe von Pyrka schon die dicke Chance auf den Ausgleich. Sein geplanter Hackentrick misslang allerdings.

Sands: Unauffällig, fleißig, effektiv, souverän. Der US-Amerikaner wächst immer mehr in die Rolle als alleiniger Sechser hinein, musste dann aufgrund eines taktischen Wechsels raus. Note 3,5

74. Sinani: Kam zunächst schwer ins Spiel und leistete sich direkt drei Ballverluste, dann aber führte seine Halbfeldflanke St. Pauli doch noch ins Glück.

Pyrka: Griffig und laufstark im Spiel gegen den Ball und defensiv einer der besten St. Paulianer, aber er muss an seiner Präzision im Passspiel und bei seinen Flanken arbeiten. Nur eine war gut: die scharfe Hereingabe auf Ceesay kurz vor Schluss. Note 3,5

Oppie: War vor allem im ersten Durchgang in erster Linie defensiv gefordert und zumeist auf dem Posten. Konnte sich offensiv nur selten in Szene setzen, weil über seine linke Seite lange wenig lief, er sich aber auch nicht allzu viel zutraute. Note 4

Fujita: Wie immer sehr laufstark und aggressiv in den Zweikämpfen, aber im Offensivspiel traf er oft die falsche Entscheidung und sucht generell zu oft den Mitspieler, nimmt sich zu selten selbst ein Herz. Note 4

Irvine: Der Kapitän war zunächst an den meisten der wenigen guten Angriffe beteiligt, aber mit zunehmender Spielzeit gelang es ihm bei allem erkennbaren Einsatz immer weniger, eine erkennbare Struktur ins Spiel mit dem Ball zu bringen und für braun-weißen Angriffsschwung zu sorgen. Note 4

Kaars: Nach seiner starken Leistung und der Tor-Premiere gegen Gladbach wie immer sehr fleißig und einsatzfreudig, aber nur selten wirklich gefährlich. Mit zunehmender Spieldauer ließen die Kräfte nach. Note 4

68. Jones: Der pfeilschnelle Stürmer gab sein Debüt im St. Pauli-Trikot – und wurde dann ausgerechnet mit dem Kopf zum späten Helden.

Pereira Lage: Ein schwacher Auftritt. Hatte so gut wie keine offensiven Szenen. Mit seinem sehr schwachen Freistoß kurz nach der Pause leitete er allerdings den Konter zu Kölner Führung ein und konnte El Mala im Sprint über den halben Platz nicht einholen. Note 5

68. Metcalfe: Er machte es besser als Pereira Lage, aber das ist nicht wirklich ein Kompliment. Für einen, der bei Rückstand frisch von der Bank kommt, muss mehr Schwung zu sehen sein.