St. Pauli-Noten gegen Hoffenheim: Ein Profi überragt, nur einer fällt ab
Es blieb natürlich noch Luft nach oben, doch der Auftritt im DFB-Pokal gegen Hoffenheim war auf jeden Fall ein Schritt nach vorne beim FC St. Pauli. Die Kiezkicker zeigten beim Elfer-Drama Moral und rangen die Kraichgauer im Elfmeterschießen mit 8:7 (2:2 nach 120 Minuten) nieder. Vor allem zwischen den Pfosten muss sich der Kiezklub keine Sorgen machen. Ein Kiezkicker fiel unter vielen stabilen St. Paulianer aber ab.
Voll: Bar jeder Nervosität, sicheres Auftreten und sehr präzise mit der Kugel. War beim Ausgleichstreffer und beim Strafstoß chancenlos. Überragend gegen Bebou (89.), mit dem Glück des Tüchtigen bei Burgers Lattentreffer (98.). Im Elfmeterschießen packte er gegen Kramaric zu und noch einmal gegen Hajdari. Matchwinner! Note 1
Wahl: Beim 1:0 wach und reaktionsschnell, was auch auf seine Defensivarbeit zutraf. Einzig bei der Lemperle-Chance (9.) nicht auf dem Posten. Note 2
Smith: Sorgte mit dafür, dass von Asllani diesmal kaum etwas zu sehen war. Relativ wenige kreative Szenen, von Bebou vor dessen Großchance düpiert, aber auch Endstation für etliche tiefe Bälle der Gäste. Note 3
Mets: Mit Routine, Zweikampfstärke und Abgeklärtheit ein enorm wichtiger Faktor für die Stabilität. Ganz bitter, dass er sich in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit muskulär verletzte. Note 2,5
90.+2 Ritzka: Aus der kalten Hose auf den Platz. Gewohnt gnadenlos gegen die Kugel, am Ball hier und da mit zu wenig Präzision. Note 3,5
Pyrka: Fuchste sich trotz Wackel-Starts und früher Gelber Karte zusehends in die Partie. Verursachte dann allerdings die unnötige Ecke vorm 1:1. Note 4,5
66. Saliakas: Fand vernünftig rein, aber ließ es zunächst in einigen Szenen am unbedingten Willen vermissen. Wurde aber zusehends griffiger. Note 3,5
Sands: Bärenstarker erster Durchgang nicht nur wegen des Assists beim 1:0. Baute mit zunehmender Dauer immer mehr ab, wirkte platt, zog sich aber selber aus dem Sumpf. Kein Vorwurf wegen der umstrittenen Elfer-Szene. Note 3,5
Fujita: Ganz wichtig in Halbzeit eins, weil ballsicher, als Bindeglied und im Aufbau. Verlor nach Wiederbeginn aus irgendeinem Grund den Zugriff aufs Spiel, um in der Verlängerung wieder stärker zu werden. Note 3,5
Oppie: Mit Licht in der Offensive und ein bisschen Schatten gegen den Ball. Nach vorne wurde es dann weniger, dafür bekam er seine Seite wesentlich besser in den Griff. Note 3
Metcalfe: Zwei starke Abschlüsse in Hälfte eins. Oftmals aber im Kopf zu langsam, so dass viele gute Situationen verpufften. Note 4
80. Kaars: Kaum drin, schon hatte er die zunächst beste Chance der zweiten Hälfte (83.). Mühte sich ansonsten, ohne nochmal gefährlich zu werden. Note 4
Hountondji: Mit Engagement bemüht, die Kurve zum Guten zu kriegen. Vieles blieb allerdings Stückwerk, zudem war er beim Ausgleich Torschütze Prömel zugeteilt. Note 5
66. Ceesay: Sorgte für viel Betrieb, sah aber auch recht fix Gelb. Fast mit dem 2:1 (84.). Note 3,5
Afolayan: Betrieb in der ersten Hälfte durchaus Eigenwerbung, war an vielen guten Situationen beteiligt. Nach dem Wechsel wurde es – wie bei so vielen – weniger, den Mut verlor er aber nie. Note 3,5
80. Pereira Lage: Sein Knaller wurde von Burger im Strafraum mit dem angelegten Arm geblockt (83.). Ansonsten lange bemüht, aber ohne großen Einfluss – bis in die 123. Minute, scheiterte dann aber im Elfmeterschießen an Baumann. Note 3