St. Pauli-Kommentar: So spielt doch kein Absteiger!
In dieser Woche habe ich zwei Fans des VfL Bochum getroffen. Zufällig kamen wir ins Gespräch. Ob sie denn glauben würden, dass der VfL die sechs Punkte Rückstand auf den FC St. Pauli noch aufholen werde, wollte ich wissen. Beide Teams spielen am letzten Spieltag gegeneinander und für viele Anhänger des Kiezklubs ist es ein Schreckensszenario, dass es dann noch um alles gehen könnte. Die Antwort der VfL-Fans fiel deutlich aus.
„Keine Chance“, sagte der eine. „Niemals“, meinte der andere. „Für uns geht’s nur um Heidenheim. St. Pauli ist viel zu gut. Haben Sie die gegen Gladbach spielen sehen?“ „Ja“, antwortete ich. „Und haben Sie uns spielen sehen?“, fragten sie und meinten die 0:4-Klatsche gegen Stuttgart. Mitleidiges Nicken. „Da kannste dir die Frage eigentlich sparen“, sagten sie. St. Pauli? „Die sind uneinholbar!“
St. Pauli spielt zwar gut – hängt aber trotzdem unten drin
Das Problem an dieser Analyse ist: Sie steht auf tönernen Füßen. St. Pauli spielt zwar tatsächlich nicht wie ein Abstiegskandidat, unterstreicht seine Leistungen aber in der Tabelle nicht mit ausreichend vielen Punkten. Dass die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin trotz großer Überlegenheit gegen Mönchengladbach (26:5 Torschüsse) beinahe als Verlierer vom Platz gegangen wäre, war bizarr.
Und Kapitän Jackson Irvine wusste dann auch am Tag nach dem 1:1 noch nicht so genau, ob das Glas denn nun halb voll oder halb leer sei. Inzwischen aber dürfte der Australier zu der Erkenntnis gelangt sein, dass es trotz aller Enttäuschungen über vergebene Dreier gegen Wolfsburg und Gladbach eigentlich drei Viertel voll ist. Mindestens. Die Mannschaft hat gegen die Borussia endlich unter Beweis gestellt, dass sie auch nach Rückständen zurückkommen kann.
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St. Pauli vertraut dem eigenen Plan und glaubt an die eigene Stärke, die mittlerweile so ausgeprägt ist, dass man an guten Tagen mit Europapokalanwärtern mithalten oder sie sogar dominieren kann. Wer so spielt, der kann eigentlich nicht absteigen. Das blöde Wörtchen „eigentlich“ muss aber noch gestrichen werden. Ein Sieg bei Holstein Kiel könnte es zumindest verblassen lassen.