St. Pauli-Kommentar: Diese Taktung hat nichts mit Fairplay zu tun

Alexander Blessin am DAZN-Mikrofon
St. Pauli-Coach Alexander Blessin sprach am Samstag in Leipzig am DAZN-Mikrofon.

Vermutlich hätte jeder Laie problemlos ausmachen können, für wen es noch um was geht und für wen eben nicht. Allein die Entstehung des ersten Treffers des 1. FC Heidenheim beim 3:1 in Köln nach einem unfassbaren Fehler im Aufbau der Hausherren legte nahe, dass es dem „Effzeh“ wohl an der nötigen Anspannung fehlt.

Verübeln konnte man es den Geißböcken mitnichten, schließlich waren sie schon vorm Anpfiff gerettet. Das freilich wussten sie nur, weil ihre Partie am 33. Bundesliga-Spieltag die vorletzte der Salami-Taktung gewesen ist und sämtliche relevante Konkurrenz vorher schon verloren hatte.

Der FC St. Pauli war der Leidtragende des 33. Spieltags

Während überall Fairplay und Gleichbehandlung eingefordert werden, geschehen in Deutschlands höchsten Ligen gravierende Ungerechtigkeiten. Schon zum sechsten Mal in Folge, diesmal mit dem FC St. Pauli als primär leidtragendem Klub. Dennoch kommt jedes Jahr aufs Neue ausschließlich von Fan-Seiten heftiger Protest und das ausformulierte Verlangen nach der Rückkehr zu alten Gebräuchen. Also zeitgleicher Anstoß aller neun Partien nicht nur am letzten, sondern eben auch am vorletzten Spieltag. Die Vereine hingegen hüllen sich komplett in Schweigen.

Was nicht verwunderlich ist, schließlich hatten sie es allesamt abgenickt, als die Änderung zur Saison 2020/21 hin beschlossen worden ist. Denn mitten in der Corona-Pandemie war jeder zusätzlich sicher verdiente Euro recht, in diesem Fall dank des TV‑Vertrags. Egal, wie er denn aufs Konto gelangt und was dabei eventuell auf der Strecke bleiben könnte.

Ein neues DFL-Votum wäre wünschenswert

Inzwischen würden wohl alle Klubs, die in irgendeiner Weise schon mal von unglücklichen Ansetzungen am 33. Spieltag betroffen gewesen sind, anders votieren. Die paar Taler, die es durch sechs (!!!) verschiedene Anstoßzeiten am vergangenen Wochenende mehr gegeben hat, würden einen Abstieg des FC St. Pauli in die 2. Liga nicht einmal ansatzweise abfedern.

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Im Nachhinein war die Entscheidung damals, geschuldet auch den Umständen, falsch. Und für manch einen Klub inzwischen auch fatal. Im Sinne des Fairplay wäre es wünschenswert, die DFL würde zum nächstbesten Zeitpunkt ein neues Votum möglich machen.