St. Pauli-Kapitän Irvine trotzig: „Ich möchte Historisches schaffen“
Es war wahrhaftig kein leichter Moment für Jackson Irvine. Fast acht Minuten nahm sich der Kapitän des FC St. Pauli in der Mixed Zone Zeit für die Journaille, beantwortete jede Frage geduldig und inhaltvoll. Währenddessen drangen aus der Gäste-Kabine ständig Party-Geräusche nach draußen.
Mainz feierte den sicheren Klassenerhalt. Ein Ziel, das der am späten Sonntagabend auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutschte Kiezklub natürlich auch weiterhin verfolgt. Allein der Glaube daran ist nach dem 1:2 am Millerntor und vor allem wegen der über weite Strecken dargebotenen Leistung im Umfeld des FC St. Pauli nicht wirklich gewachsen. Und intern?
St. Pauli muss laut Irvine „mehr ins Risiko gehen“
„Wir werden innerhalb von zwei Wochen nicht das Rad neu erfinden“, sagte Irvine in Bezug auf eventuelle Veränderungen für die finale Phase der Saison. Es müsse ein bisschen individuell sein, „ein paar Jungs, die mehr Verantwortung übernehmen und ins Risiko gehen. Wir müssen schauen, was gut funktioniert, und das dann tun“. Es sei schlicht keine Zeit mehr vorhanden, um bei St. Pauli Grundsätzliches zu variieren. „Wir müssen alles, was wir haben, in diese wahrscheinlich letzten sechs, sieben Tage geben, die wir zusammen auf dem Feld haben werden.“

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Miet-Odyssee: Der alltägliche Wahnsinn bei der Wohnungssuche
- Terrorverdacht in Eidelstedt: Was der Anwalt des 17-Jährigen sagt
- Kerosin-Krise: 16 Tipps, die Ihren Urlaub retten
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
- 16 Seiten Sport: So tickt die neue HSV-Bossin Kathleen Krüger
- 28 Seiten Plan7: Lotto King Karl eröffnet die Stadtparksaison & Kultur-Tipps für jeden Tag
Dafür seien in den kommenden Tagen mehrere Dinge enorm wichtig. „Positivität, Energie, Glaube, Fußball, Floskeln – wir müssen einander unterstützen, aneinander glauben“, beschwor der 33-Jährige, der in seiner Rolle als Kapitän längst vorweg marschiert ist und das auch beibehalten will. „Es ist fordernd“, räumte Irvine ein. „Du versuchst, dich auf deine eigene Leistung zu konzentrieren, versuchst, jeden Aspekt deines eigenen Spiels einzubringen, dem Team zu helfen, die Dynamik auf dem Feld, an den Trainingstagen zu kontrollieren. Das ist auch mein Job. Ich tue alles, was ich kann.“
Jackson Irvine hat St. Pauli noch lange nicht aufgegeben
Außerdem habe er mit der Führungsgruppe gesprochen, „mit den Jungs, mit denen ich hier war in den letzten Jahren. Alle Leader müssen ihre Rolle einnehmen. Die Trainer, Andreas Bornemann, jeder aus dem Führungskreis muss aufstehen, Verantwortung übernehmen und seine Rolle spielen“. Aufgegeben, das wird aus jeder Silbe deutlich, hat Jackson Irvine seinen FC St. Pauli noch lange nicht.
Das könnte Sie auch interessieren: St. Pauli und die Trainer-Frage
„Der Klub hat 15 Jahre gebraucht, um sich zurückzukämpfen, nachdem wir das letzte Mal abgestiegen sind“, rechnete er vor. „Ich möchte nicht Teil einer Gruppe sein, die den Verein zurück in diese Position bringt. Ich möchte unbedingt etwas Historisches schaffen und erneut in der Liga bleiben. Diese Energie auf die Jungs zu übertragen, ist Teil meiner Rolle.“
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.