Tomoya Ando in Leverkusen

Tomoya Ando hadert, derweil sich Bayer Leverkusen im Hintergrund über das Tor zum 2:0 freut. Foto: WITTERS

„St. Pauli hatte nicht die Qualität“: Auf das Pokal-Aus folgt ein bitteres Urteil

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Die Platte hat einen Sprung, und irgendwie mag man sie so langsam nicht mehr hören: Der FC St. Pauli verkaufte sich auch im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen zumindest eine Halbzeit lang mehr als teuer, kann sich dafür aber erneut nichts kaufen. Am Ende fiel die Niederlage beim 0:3 (0:1) deutlich aus, die 3,4 Millionen Euro fürs Erreichen des Halbfinals gehen an die Werkelf. Einziger Vorteil: „Jetzt können wir uns auf die Bundesliga konzentrieren“, bilanzierte Alexander Blessin.

Der Coach fand es unterm Strich „schade, denn es wäre mehr drin gewesen. Aber es hat wieder mal das Tor gefehlt“. Auch keine neue Erkenntnis, zu der sich noch eine weitere altbekannte gesellte: „Wir fressen zu billige Gegentore.“ Und so blieb eine „wirklich gute erste Halbzeit“ unbelohnt.

Karol Mets mit riesiger Rettungstat für St. Pauli

Die Hamburger begannen mutig, hatten nach einem Eckball durch Martijn Kaars die erste Chance (4.) und ließen danach Bayer zwar am Ball, aber nur in einem schmalen Korridor zwischen Mittellinie und 30 Meter vorm eigenen Gehäuse. Bis zu Ben Voll schafften es die Hausherren aus eigenem Antrieb nicht, also musste der Kiezklub-Keeper selbst dafür sorgen: Nach seinem schlimmen Fehlpass im Aufbau ließ Patrik Schick noch drei St. Paulianer ins Leere grätschen und musste nur noch Karol Mets auf der Linie überwinden, doch der Aushilfskapitän rettete bravourös (16.). „Da hatte ich dann Glück, dass wir es im Kollektiv ausgebügelt haben“, gestand der Schlussmann.

Die Gäste blieben auf Augenhöhe, hatten einige gute Ballgewinne, verschenken die Gelegenheiten aber durch einige ungenaue Bälle. Dennoch hatte Joel Chima Fujita die Führung auf dem Fuß, verzog aber (23.). Auch Leverkusen hatte gewiss schon bessere Abende, viel ging nicht beim Champions-League-Vertreter – aber es reichte, um plötzlich vorne zu liegen.

Leverkusen führt, weil der Kiezklub mehrfach patzt

Der Schuss von Martin Terrier, der unhaltbar im langen Eck einschlug (32.), hätte allerdings nie zustandekommen dürfen. St. Pauli hätte den Ball vorher wegschlagen (Karol Mets) oder zumindest blocken (Mathias Rasmussen) können, wenn nicht gar müssen. So aber lag man plötzlich wieder hinten zur Pause, weil Kaars auch seine zweite Gelegenheit nicht in den Maschen unterbringen konnte (40.).

Und dann kam alles so, wie man es fast erwarten durfte. Zwar setzten die Hanseaten weiterhin Nadelstiche, und man wurde das Gefühl nicht los, dass schon ein Treffer alles hätte in die richtigen Bahnen lenken können. Aber der fiel nicht – beziehungsweise auf der Gegenseite. Schick bugsierte eine Flanke von Aleix Garcia per Direktabnahme ins Tor (62.) – damit waren die Messen gesungen.

Bayer-Kapitän Andrich mit deutlichem Urteil über St. Pauli

Und es war ein Leverkusener, der die Quintessenz der Begegnung, deren Endstand Jonas Hofmann in der Nachspielzeit herstellte (90.+2), in wenigen Worten auf den Punkt brachte. „St. Pauli hatte nicht die Qualität, um gefährlich für uns zu werden“, sagte der Kapitän der Hausherren. „Auch wenn wir echt kein gutes Spiel gemacht haben.“

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Und die Kiezkicker? „Die Reise ist jetzt vorbei“, bilanzierte Blessin das Pokalgeschehen. „Es war schön, wir haben es dreimal genießen dürfen. Aber letzten Endes können wir uns jetzt komplett auf die Bundesliga konzentrieren. Jetzt kommt der VfB, die spielen am Mittwoch noch, und das wird auch wieder ein interessantes Spiel.“ Eines, bei dem der FC St. Pauli gern mal eine neue Platte auflegen darf.

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