St. Pauli-Coup vor Bayern-Spiel: Uli Hoeneß wird Genosse!
Es geht auf die letzten Meter – und das mit frischer Energie: Am Montag endet die Zeichnungsphase für die Genossenschaft des FC St. Pauli, und analog zur Startphase geht es auch auf der Zielgerade turbulent zu – und prominent! Nach MOPO-Informationen hat Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, im Rahmen des Bundesliga-Duells mit dem Kiezklub am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker bei MOPO.de) eigene Anteile an der FCSP eG gezeichnet.
„Die Genossenschaft hat zuletzt noch einmal richtig Fahrt aufgenommen, pro Tag haben neue Mitglieder Anteile im Wert von mehr als 200.000 Euro gezeichnet, sodass wir in Richtung 25 Millionen Euro kommen“, freut sich Andreas Borcherding, Vorstandsvorsitzender der FCSP eG. Bis zum Donnerstagmorgen hatten 18.878 Genoss:innen insgesamt 23,223 Millionen Euro investiert. Und es ist davon auszugehen, dass noch welche hinzukommen, darunter bekannte Persönlichkeiten.
Bayern-Ehrenpräsident Hoeneß wird Genosse bei St. Pauli
Schon vor dem Hinspiel gegen den FC Bayern Anfang November hatte es den Plan gegeben, dass Uli Hoeneß Anteile an der FCSP eG zeichnen sollte. Was da noch nicht geklappt hat, ist nach MOPO-Informationen jetzt in trockenen Tüchern und soll im Zusammenhang mit dem Spiel publik gemacht werden. Der 73-jährige Ehrenpräsident der Bayern hegt schon seit Ewigkeiten Sympathien für den Kiezklub, hatte unter anderem anno 2003 das sogenannte „Retterspiel“ ermöglicht.
Neben Einzelpersonen haben sich auch etliche Firmen Anteile an der Genossenschaft, die zunächst die Mehrheit am Millerntorstadion erwerben wird, gesichert. „Auch Partner des FC St. Pauli unterstützen das Projekt tatkräftig“, sagte Wilken Engelbracht, Kaufmännischer Geschäftsleiter des Vereins. Das zeige, wie wichtig langfristige Kooperationen seien, die auf gemeinsamen Werten basieren. „Die Genossenschaft wird maßgeblich helfen, Belastungen abzubauen und wieder mehr Handlungsfähigkeit zu erlangen, um in wichtige Zukunftsprojekte zu investieren. Das ist ein riesiger Erfolg.“
St. Pauli-Präsident Göttlich ist zufrieden mit eG-Anteilen
Eine Einschätzung, die auch Präsident Oke Göttlich teilt, gleichwohl das ausgerufene Gesamtziel von 30 Millionen Euro mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfehlt werden wird. Dennoch zeige der Zuspruch, „dass Genossenschaften vollkommen zu Unrecht als etwas verstaubt gelten. Sie sind hochmodern – vor allem in einer Zeit, in der reiche Männer ohne jedes Verantwortungsgefühl für Schwächere die Welt aufteilen wollen und nach Gutsherrenart agieren. Unser Modell setzt dagegen auf Mitbestimmung und Mitverantwortung“.
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Dass so viele Menschen diesen Weg unterstützen, sei „ein ermutigendes Signal in diesen Zeiten und ein riesiger Schritt für den FC St. Pauli – auch im Hinblick auf künftige Projekte der eG. Mit der Genossenschaft hat der Verein eine starke Geschwisterorganisation bekommen, die uns vollkommen neue Handlungsoptionen eröffnet“. Ab Dienstag kann damit begonnen werden, diese Optionen genauer zu definieren. Bis dahin gibt es am Samstag (15.15 bis 18.15 Uhr, Ligaraum neben dem Clubheim) und Montag (10 bis 13 und 15 bis 20 Uhr, Ballsaal Süd) noch Termine zum Präsenzzeichnen.