St. Pauli-Präsident Oke Göttlich in Leverkusen

St. Pauli-Präsident Oke Göttlich hält an der Boykott-Debatte fest. Foto: WITTERS

St. Pauli-Boss Göttlich über Diskussion zum WM-Boykott: „DFB wird mir dankbar sein“

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Mit der im MOPO-Interview angestoßenen Debatte um einen Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hat St. Pauli-Präsident Oke Göttlich für viel Wirbel gesorgt – und musste sich von anderen Funktionären einige Kritik anhören. Vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale der Kiezkicker bei Bayer Leverkusen legte Göttlich nach und präzisierte seine Forderungen zu einem WM-Boykott.

„Mein Anspruch ist, dass wir uns rechtzeitig im Klaren sind, in welches Land wir zu welchen Zeiten fahren und was wir nicht nur als DFB oder als deutscher Fußball, sondern auch als europäischer Fußball dort repräsentieren wollen“, erklärte Göttlich vor dem Anpfiff im ZDF.

Göttlich wirft USA „demokratische Spaltung“ vor

Über die politischen Verhältnisse in den USA unter Präsident Donald Trump mit ihren „demokratiezersetzenden Tendenzen“ müsse diskutiert werden, auch weil die US-Regierung versuche, „auch in Europa rechtsextreme Parteien teilweise anzuzünden, um hier eine demokratische Spaltung herbeizuführen“.

„Für mich eine Selbstverständlichkeit“

Das große, überwiegend kritische Echo auf seine Anregung zu einem WM-Boykott habe er „in der Form so nicht erwartet“, sagte Göttlich: „Weil es für mich eine Selbstverständlichkeit ist, dass man sich die Frage stellt, bevor man zu einem großen Turnier fährt, inwieweit die Bedingungen dort gegeben sind für den Zugang von Fans, für die freie Reisefähigkeit und so weiter.“

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Den massiven Widerspruch unter anderem von DFB-Präsident Bernd Neuendorf könne er zwar nachvollziehen. Göttlich sagte aber auch: „Man kann ein Thema nicht totschweigen. Ich glaube, der DFB wird mir auch ein Stück weit dankbar sein, dass die Fragen nicht erst zwei Monate später kommen, wenn es noch näher am Turnier ist, sondern dass man sich jetzt sinnvoll vorbereiten kann, warum man nach Amerika fährt, hoffentlich weit kommt und für die Demokratie Fußball spielt.“

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