„Vielleicht sehr lange“: St. Pauli-Boss Göttlich äußert sich zur Blessin-Frage
Am Samstag hat der FC St. Pauli mit der 1:3-Pleite gegen den FC Bayern die neunte Niederlage in Folge kassiert. Grund, den Trainer zu wechseln, sieht der Präsident des Kiezklubs, Oke Göttlich, aber nicht. Bei „Sky90“ erklärte Göttlich den Plan mit Alexander Blessin und ab wann er über einen neuen Trainer nachdenken würde. Außerdem warnte er vor zu viel Aktionismus.
Am Sonntagabend hat sich Göttlich in der Sendung „Sky90“, in der auch MOPO-Reporter Nils Weber Gast war, den sicherlich unangenehmen, aber auch berechtigten Fragen nach der Zukunft von Alexander Blessin auf dem St. Pauli-Trainerposten gestellt. „Wir wollen mittelfristig etwas aufbauen, und das tut man nicht durch Aktionismus“, stellte er klar.
Göttlich betont: „Blessin ist Teil der Lösung“
„Blessin ist Teil der Lösung“, betonte Göttlich und ergänzte: „Solange wie alle motiviert sind, genau das zu tun, was jetzt ansteht, solange diese Motivation da ist, wird Alexander Blessin noch Trainer bei uns sein. Also vielleicht sehr lange“, sagte er. Es gibt also kein Ultimatum für den seit Sommer 2024 im Amt stehenden Cheftrainer der Braun-Weißen. Angesichts der starken Leistung, die der FC St. Pauli gegen den Rekordmeister gezeigt hatte, eine durchaus verständliche Entscheidung.

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In München hatten die Kiezkicker alles reingeschmissen und bis in die Nachspielzeit das Unentschieden gehalten. Für Göttlich ein Schritt in die richtige Richtung. Nur mit solchen Leistungen könnte der Verein auch weiterhin in der ersten Liga bestehen. „Um das nochmal ganz deutlich zu machen: Der FC St. Pauli hält dann die Klasse, wenn alle Protagonisten hungrig bleiben“, so der St. Pauli-Boss. Eine Situation, die momentan noch gegeben sei. „Ich nehme überhaupt nicht wahr, dass das nicht der Fall ist. Wenn der Hunger da ist, Erfolg haben zu wollen, dann sind wir bei St. Pauli richtig aufgestellt.“
Göttlich: Dann muss man vielleicht überlegen
Trotzdem, weiß auch Göttlich, dass die Niederlagen-Serie nicht ewig weitergehen kann. „Wenn irgendwo der Hunger oder die Motivation nicht mehr ganz gegeben ist, dann muss man vielleicht überlegen: Ist da vielleicht etwas, wo man dran drehen kann? Ist es der Trainer? Ist es das Team?“ An diesem Punkt stünden die St. Pauli-Bosse demnach aber aktuell nicht. „Bei uns ist es ganz klar. Alexander Blessin hat nach Fabian Hürzeler dieses Team übernommen, hat es in der Klasse gehalten, hat dieses Team in den ersten drei Spielen zu einem Rekord-Saisonstart gebracht, ist jetzt ein Trainer mit einer Rekord-Niederlagen-Serie. Aber wir sehen, dass Themen wie die steigende Stabilität langsam, fruchten“, stellte Göttlich bei „Sky90“ klar.
Sogar einen Gang in die Zweite Liga mit Alexander Blessin auf dem Trainer-Sessel stellte der vor kurzem wiedergewählte Präsident in den Raum. „Wir zweifeln nicht an Alexander Blessin. Und wir zweifeln auch nicht an anderen Protagonisten“, antwortete er auf die Frage, ob Blessin auch bei einem Abstieg noch Trainer des Kiezklubs sein könnte. Das könne beim FC St. Pauli dazu führen, dass man mal einen Schritt zurückgehen würde, um die „nächste Startrampe bauen“ zu können. „Aber daran denken wir jetzt nicht, weil wir nicht weit weg sind, weil wir nicht abgeschlagen hintendran sind.“
In der Bundesliga stehen für St. Pauli wichtige Spiele an
Nach der Niederlage gegen den FC Bayern und dem späten Sieg der Heidenheimer steht der Kiezklub nun auf dem 17. Platz der Bundesliga (einen Punkt vor Mainz). In den kommenden Wochen stehen wichtige Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf an. Erst geht es nach Köln (6. Dezember), dann kommt Heidenheim ans Millerntor (13. Dezember), bevor es kurz vor Weihnachten nochmal nach Mainz geht (21. Dezember). Besonders gegen die beiden letzteren Gegner würden Niederlagen sehr wehtun.
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Sollte die Niederlagen-Serie des FC St. Pauli bis Weihnachten noch weiter angewachsen sein, dürfte der Druck, der ohnehin schon auf den Verantwortlichen lastet, auf der Trainer-Position zu handeln, nochmal größer werden. Zunächst steht aber am Dienstag noch die DFB-Pokal-Partie gegen Borussia Mönchengladbach an. Dem Kiezklub bietet sich hier die Chance, ins Viertelfinale einzuziehen. Für Göttlich, so sagt er selbst, könnte es „keine schönere Aufgabe geben, als eine 0:4-Niederlage im schlechtesten Spiel der Saison gegen Gladbach wettzumachen“.
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