St. Pauli-Trainer Alexander Blessin in Heidenheim

St. Pauli-Trainer Alexander Blessin war angefressen in Heidenheim. Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Jani Pless

„So kann man nicht auftreten“: Welche Konsequenzen zieht St. Pauli-Trainer Blessin?

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Der Auftritt gibt Rätsel auf. So richtig Klassenkampf hatten bei der 0:2-Pleite des FC St. Pauli in Heidenheim nur die Gastgeber gezeigt. Ausgerechnet bei den vermeintlich braun-weißen Kernkompetenzen wie Energie, Einsatz, Leidenschaft, Robustheit und Aggressivität hatten die Kiezkicker das Nachsehen. Entsprechend angefressen und auch irritiert war Trainer Alexander Blessin angesichts des Auftritts seiner Mannschaft, die er schleunigst wieder in die Spur bringen muss, damit die Kiezkicker wenigstens die Relegation sichern. Es muss etwas passieren.

Nach dem Ende der offiziellen Pressekonferenz im kleinen Medienraum der Heidenheimer Voith-Arena, den FCH-Trainer Frank Schmidt mit einem breiten Grinsen im Gesicht verlassen hatte, redete sein Hamburger Pendant mit ziemlich finsterer Miene noch einmal Klartext im Hinblick auf die verbleibenden drei Spiele – plus zwei zusätzliche Duelle, so hoffen sie beim Kiezklub. Die Relegation ist jetzt das klare Ziel.

FC St. Pauli braucht Spieler, „die aufstehen und mitreißen“

„Es geht darum, die Spieler zu finden, die sich wehren und aufstehen“, stellte Alexander Blessin klar und damit Bedingungen für eine Startelf-Nominierung. „Spieler, die dann auch die anderen mitreißen. Anders geht es gar nicht.“ Oder aber es sieht so aus wie in den gut 90 Minuten in Heidenheim. Inakzeptabel. Das hatten auch die Führungsspieler nach der Pleite unmissverständlich und hart formuliert.


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Klare und unmissverständliche Worte. Was die Durchsetzung personeller Konsequenzen angeht, ist die Sache aber nicht mehr ganz so klar, wie auch Blessin einräumt. Leichter gesagt, als getan.

„Die eine Frage ist, welche Möglichkeiten wir haben“, sagt der Chefcoach mit dem Hinweis auf die schwierige Personallage, die sich mit dem Saisonaus für Mathias Pereira Lage noch einmal verschärft hat. Defensiv-Stratege Eric Smith ist nach seiner fast vierwöchigen Verletzungspause zwar wieder zurück und war zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden, aber der Schwede muss erst wieder seinen Rhythmus finden.

Alexander Blessin in der Klemme: Mangel an Alternativen

Blessin sind die Hände gebunden. Natürlich könnte er aus Leistungsgründen Joel Chima Fujita aus der Startelf nehmen, aber wer ersetzt ihn? Connor Metcalfe? Der hatte bei seinen jüngsten Kurzeinsätzen kaum Werbung in eigener Sache betrieben, wobei er dafür auch nicht allzu viel Zeit gehabt hatte. Zudem ist der Australier kein Mitreißer-Typ, sondern eher einer, der mitgerissen werden muss.

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Gut möglich bis wahrscheinlich, dass Smith im anstehenden Heimspiel gegen Mainz am Sonntag für Mathias Rasmussen in die Startelf und auf die Sechserposition rückt. Rasmussen hatte in Heidenheim nicht überzeugen können, hatte gegen den Ball zu wenig Robustheit auf den Rasen gebracht und mit dem Ball am Fuß im Passspiel zu wenig Mut bewiesen.

Eric Smith wird wieder in die Startelf rücken – wer noch?

Bleibt die „andere Frage“, auf die Blessin abhebt, und die nicht minder wichtig ist, eigentlich noch wichtiger, weil es weniger um die Aufstellung im Saison-Endspurt geht, sondern um die Einstellung. Die Frage sei also, „wie selbstreflektierend wir sind“, so der 52-Jährige. „Aber da gehe ich davon aus, dass nach ersten Gesprächen – auch unter den Spielern – klar ist, dass man so wie heute nicht auftreten kann, egal gegen welchen Gegner.“ Und schon gar nicht gegen den ebenfalls ums sportliche Überleben kämpfenden Tabellenletzten, für den das Spiel gegen St. Pauli sogar der letzte Strohhalm war.

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Die Startelf gegen Mainz 05 wird anders aussehen als jene gegen Heidenheim. Das Startelf-Comeback von Smith ist eine fast sichere Sache. Alles Weitere wird sich zeigen – auch in den Einheiten der bevorstehenden Trainingswoche, in der Blessin eine Reaktion sehen will.

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