Der Slogan A.C.A.B. in der St. Pauli-Kabine

In der Vorberichterstattung auf das Hamburger Stadtderby war Sky-Kommentator Frank Buschmann in der Kabine des FC St. Pauli. Dabei fiel einigen Zuschauern auf, dass neben dem Porträt von Eric Smith der Slogan A.C.A.B. geschrieben stand. Foto: Sky/Screenshot

So erklärt der FC St. Pauli den „A.C.A.B.“-Slogan in der eigenen Kabine

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Die Kabine ist das Heiligtum einer jeden Fußballmannschaft. Hier hat neben Spielern, Trainern und Staff nur ausgesuchtes Klientel Zugang, was innerhalb dieser vier Wände besprochen wird, dringt in der Regel nicht nach draußen. Durch den TV-Vertrag und dessen Inhalte wurde die Kabine ein Stück weit entweiht, es dürfen auch Reporter samt Kameras durch die Katakomben der Stadien gehen. So geschehen vorm Derby am Freitagabend am Millerntor, was wegen vier erkennbarer Großbuchstaben nun für Diskussionsstoff sorgt.

Bezahlsender Sky hatte vorm Spiel gegen den HSV unter anderem aus der St. Pauli-Kabine berichtet, was für sich genommen wenig spektakulär war. Allerdings hatten einige Zuschauer:innen im Hintergrund etwas entdeckt, das Fragen aufwarf: Direkt neben einem Bild von Eric Smith war „A.C.A.B.“ zu lesen. Das ist bekanntermaßen die gängige Abkürzung für den englischen Spruch „All cops are bastards“, übersetzt „Alle Polizisten sind Bastarde“.

„A.C.A.B.“-Slogan in der Kiezklub-Kabine erkennbar

Der Slogan ist vor allem in der aktiven Fanszene ein häufig gebrauchter, in Kabinen hingegen wird man ihn vermutlich nicht wirklich häufig finden. Vor allem aber gibt es auch viele Menschen, die den Slogan als pauschalen verbalen Angriff auf die Polizei wahrnehmen. Die MOPO fragte bei St. Pauli nach, was es mit „A.C.A.B.“ in der Millerntor-Umkleide auf sich hat.

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„Der FC St. Pauli arbeitet konstruktiv und professionell mit der zuständigen Polizei zusammen. Dies hat die Polizei nach dem Derby selbst noch einmal bekräftigt“, erklärte Vereinssprecher Patrick Gensing. „Die Kabine und viele weitere Räume im Stadion werden von Fans gestaltet. Dieses Konzept ist seit Jahren bekannt und daran soll auch nichts geändert werden.“ Das Konzept zur Gestaltung der Kabine sei sogar ausgezeichnet worden.

St. Pauli verweist auf weitere Bedeutung von „A.C.A.B.“

Unabhängig davon sei die Abkürzung ACAB im Kontext FC St. Pauli mit der Bedeutung „All colours are beautiful“ gebräuchlich – „und selbst bei einer Interpretation des Schriftzugs auf die Polizei bezogen ist sie laut Bundesverfassungsgericht von der Meinungsfreiheit gedeckt“. Tatsächlich gibt es zu dem Thema vom Bundesverfassungsgericht einen Beschluss vom 24. Juni 2016, in dem es unter anderem heißt: „Die Parole ACAB ist nicht von vornherein offensichtlich inhaltlos, sondern bringt eine allgemeine Ablehnung der Polizei und ein Abgrenzungsbedürfnis gegenüber der staatlichen Ordnungsmacht zum Ausdruck. Es handelt sich um eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG.“

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