Ricky-Jade Jones zeigt in Köln seinen Schlagenjubel

Ricky-Jade Jones zeigte nach dem Schlusspfiff auch vor den mitgereisten St. Pauli-Fans noch einmal seinen Schlangenjubel. Foto: WITTERS

„Sei in Acht vor der Schlange!“ St. Pauli-Profi Jones erklärt seinen speziellen Jubel

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Als „schnellster Fußballer der Welt“ hat er sich einen Namen gemacht und die Begehrlichkeiten des Kiezklubs geweckt. Doch bei seinem Debüt im Trikot des FC St. Pauli hat Ricky-Jade Jones seine Mitspieler und die Fans nicht mit seinen Beinen in Ekstase versetzt, sondern mit Köpfchen. Ein Tor als Befreiung und Ende der braun-weißen Horror-Serie von zuvor neun Niederlagen. Für den pfeilschnellen Stürmer ein Anfang, was für einer! Hochemotional und wahnsinnig wichtig. Nach seiner Heldentat erzählte Jones, wie er sich als St. Pauli-Erlöser fühlt und verriet, was es mit seinem speziellen Torjubel auf sich hat.

Auch nach der spätabendlichen Landung des Fliegers mit Mannschaft am Flughafen Fuhlsbüttel dürfte Jones noch das Gefühl gehabt haben, zu schweben. Was für ein verrückter Tag für den Stürmer, ein Tag der Premieren.

Ricky-Jade Jones feiert ganz besondere Premiere

Erster Einsatz für St. Pauli, erster Torschuss für ihn in der Bundesliga, erster Torschuss für die Kiezkicker im ganzen Spiel (ein Kopfball, um genau zu sein), erstes Tor und in der letzten Minute zum 1:1, erster Punktgewinn für seine Mannschaft nach einer historischen Pleitenserie. Erste Interviews nach dem Spiel.

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„Überglücklich“ war der Engländer nach der Partie in den Katakomben des Kölner Stadions, dass er mit seinem Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit auf einen Schlag zu Deutschlands größte Gefriertruhe verwandelt hatte, 45.000 FC-Fans schockgefrostet durch Mr. Freeze. Ausnahme: der Gästeblock. Die St. Pauli-Fans waren on fire. „Mein erstes Tor zu erzielen, war gut für mich und das Team.“

Belohnung nach langer Leidenszeit

So spät das Tor, so spät erfolgte auch Jones’ Debüt für die Kiezkicker, nachdem der Sommerzugang vom englischen Drittligisten Peterborough United im zweiten Testspiel eine schwere Schulterverletzung erlitten hatte und nach einer OP monatelang ausgefallen war. „Es fühlt sich gut an, wieder dabei zu sein, weil es so lange her ist“, berichtete der 23-Jährige, der in der 68. Minute eingewechselt worden war.


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Kämpfen, nicht aufgeben. Das war sein Credo während der langen Reha und diese Einstellung brachte er auch in seinem ersten Pflichtspieleinsatz auf den Rasen, reihte sich damit ins Kollektiv ein. „In jedem Spiel gehen wir bis zum Ende. Du musst diese Mentalität haben, immer weiter- und weiterzumachen.“ In Köln wurde es belohnt, wurde er belohnt.

Jones erklärt seinen besonderen Torjubel

Auf ganz besondere Weise hatte er sein Tor gefeiert. „Das war ein Schlangen-Jubel“, erklärte der Angreifer später seine spezielle Armbewegung, mit der er eine lauernde und dann zuschnappende Kobra nachahmte.  „Es bedeutet, dass du nie weißt, wo die Schlange herauskommt, dass sie giftig in der Box ist“, erklärte Jones mit einem Lachen. „Sei immer in Acht vor der Schlange!“ Angefangen habe er mit dem Schlangen-Jubel bei seinem alten Verein. „Das hat als Spaß begonnen.“ Weniger Spaß verstand offenbar Schiedsrichter Tobias Reichel, der Jones die Gelbe Karte zeigte.

Beim Kiezklub wusste niemand so genau, wofür Jones eigentlich verwarnt worden war. Die Vermutung im Lager der Braun-Weißen: Der Referee wertete Jones‘ besonderen Jubel vor der Kölner Südkurve als provokative Geste.

Jackson Irvine freut sich über Traum-Comeback von Jones

Die Fans und Mitspieler seines neuen Klubs haben gar nichts dagegen, diesen Jubel häufiger zu sehen. Die Teamkollegen freuten sich nicht nur über das Tor und den Punkt, sondern auch für den Schützen nach dessen langer Leidenszeit.

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„Er hat so hart gearbeitet, um zurückzukommen“, erinnerte Kapitän Jackson Irvine. „Er hat schon die letzten Spiele geduldig auf seine Chance gewartet. Wir haben alle seine Fähigkeiten gesehen. Er ist ein Torjäger und genau das will er auch sein. Ich freue mich sehr für ihn.“ Auch Abwehrchef Eric Smith war „super-glücklich, dass Ricky Selbstvertrauen bekommt. Er hat spezielle Qualitäten, die wir diese Saison noch brauchen werden.“

Ricky-Jade Jones will mit St. Pauli endlich wieder siegen

Der hat sich einiges vorgenommen für den Endspurt und setzt darauf, dass der Punkt in Köln und der Sieg im DFB-Pokal in Mönchengladbach vier Tage zuvor der Mannschaft einen Schub gibt. „Wir möchten das Jahr stark beenden. Diese zwei Resultate können uns in eine gute Ausgangslage bringen, um in den nächsten zwei Spielen die Siege zu holen, die wir wollen.“ St. Pauli muss im Heimspiel gegen Heidenheim und in Mainz – um im Schlangenbild zu bleiben – zuschnappen.

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