Riesen-Hype um St. Paulis 20. Heimspiel der Saison – warum Schnelligkeit zählt
Kellerkampf ist nicht sexy? Arbeitsintensiver Fußball nicht attraktiv? Die Fans des FC St. Pauli beweisen das Gegenteil und können offensichtlich nicht genug bekommen von ihrer Mannschaft. Der umjubelte Sieg im letzten Heimspiel des Jahres gegen Heidenheim dürfte dazu beigetragen haben, dass der braun-weiße Anhang das erste Bundesligaspiel des neuen Jahres gar nicht abwarten kann, obwohl der Restart aufgrund der WM im Sommer früh erfolgt. Es muss nicht mal um Punkte im Klassenkampf gehen, damit Millerntor wie ein riesengroßer Magnet wirkt.
Die Bundesligasaison hat bekanntlich 34 Spieltage und an 17 davon steigen im eigenen Stadion. Beim FC St. Pauli sind im Verlaufe der Hinrunde noch zwei Heimspiele im DFB-Pokal gegen Eintracht Norderstedt und die TSG Hoffenheim dazugekommen, während der jüngste Coup im Cup in Mönchengladbach gelang und das Viertelfinale Anfang Februar in Leverkusen steigt. Aktuell mobilisiert Heimspiel Nummer 20 die Fans – in Massen.
St. Pauli-Testspiel gegen Bremen: 27.000 Tickets weg
Sechs Tage vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig, dem 16. Spieltag, steigt am 4. Januar das Testspiel der „Boys in Brown“ gegen Werder Bremen und schon jetzt sind nach Vereinsangaben knapp 27.000 Tickets verkauft. Es braucht keine prophetischen Fähigkeiten, dass bis zum Anpfiff um 15.30 Uhr so gut wie alle der insgesamt 29.546 Karten vergeben sein dürften und der Verein ein volles oder gar ausverkauftes Haus vermelden kann. Bei einem Spiel, in dem es darum geht, die eigene Form zu überprüfen. Beachtlich.
Eine Generalprobe unter Bundesligabedingungen, die bestmögliche Simulation vor dem echten Auftakt gegen Spitzenklub Leipzig. Mitte November hatte der Verein mitgeteilt, dass der Sitzplatzbereich auf der Nordtribüne erst zum Verkauf geöffnet wird, wenn die Karten in den anderen Bereichen weg sind. Dieser Status ist nahezu erreicht. Heißt: Es dürfte in Kürze ein neues und damit letztes Kontingent freigegeben werden.
Der Hype um den Werder-Test hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Ticketpreise vergleichsweise günstig sind (Stehplatz ab 12 Euro, Sitzplatz ab 20 Euro) und man überhaupt die Chance hat, eine Karte zu ergattern, ohne im Besitz einer Dauer-, Abokarte oder Mitgliedschaft zu sein. Und: Die Partie wird sicherlich neben neutralen Fußballinteressierten auch den ein oder anderen in Hamburg lebenden Werder-Fan ins Stadion locken.
Werden es am Ende der Saison sogar 22 Heimspiele sein?
„Das wird mit dieser Kulisse ein toller Auftakt ins neue Jahr und für die Mannschaft ein starkes Zeichen“, sagt St. Paulis Medienchef Patrick Gensing gegenüber der MOPO zum hohen Publikums-Zuspruch, der die Erwartungen des Vereins noch übertrifft. „Dieses Testspiel gibt auch vielen Menschen eine Gelegenheit, ein Spiel am Millerntor mitzuerleben, die sonst nicht die Chance auf ein Ticket haben.“
Gut möglich, dass noch ein 21. Heimspiel innerhalb dieser Saison hinzukommt, theoretisch können es sogar 22 werden. In einer möglichen Relegation und dann, wenn St. Pauli das Pokal-Halbfinale erreicht und dann Heimrecht zugesprochen bekommt… Wer weiß? Das reguläre Liga-Heimspiel gegen Werder steigt übrigens am vorletzten Februar-Wochenende und ist noch nicht fest terminiert. Eines lässt sich schon jetzt sicher sagen: Es wird restlos ausverkauft sein.
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