Louis Oppie erzielt St. Paulis Siegtreffer imn Gladbach

Mit rechts! Louis Oppie erzielt St. Paulis Siegtreffer imn Gladbach. Foto: imago/Sven Simon

„Probieren wir es einfach mal“: St. Pauli feiert Oppies rechtes Ding

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Es war am Anfang der Partie nicht wirklich abzusehen, dass es noch seine werden würde. Einige Mühe hatte Louis Oppie zu Beginn mit Mönchengladbachs schnellem Franck Honorat, doch mit jeder weiteren Minute wurde St. Paulis Pokal-Experte immer stärker und krönte das schließlich mit dem 2:1-Siegtreffer. Überbewerten wollte er das eigene Tun dann aber doch nicht.

In der Mixed Zone stand Kollege Martijn Kaars nur zwei Meter entfernt, die Trophäe vom „Spieler des Spiels” fest im Arm. „Nee, nee, die soll er mal behalten“, sagte Oppie angesprochen darauf, ob man die Auszeichnung nicht besser zweiteilen solle. „Er hat sich das verdient. Tor, Vorlage, super Spiel gemacht, immer da gewesen, also das hat er sich sehr verdient.“ St. Paulis Mann für die linke Schiene war auch so sehr zufrieden. Kein Wunder, war ihm doch Außergewöhnliches gelungen.

Louis Oppie erzielt St. Paulis Siegtor

Louis Oppie und Martijn Kaars schossen St. Pauli ins DFB-Pokal-Viertelfinale. IMAGO/pepphoto
Louis Oppie und Martijn Kaars in Gladbach
Louis Oppie und Martijn Kaars schossen St. Pauli ins DFB-Pokal-Viertelfinale.

Mit rechts hatte er die entscheidende Bude gemacht, dabei ist seine Schokoladenseite ja die gegenüberliegende. „Mit links sollte es irgendwie nicht sein“, resümierte er lächelnd. „Gegen München nicht, heute nicht – deswegen dachte ich mir: Komm, probieren wir es einfach mal mit rechts und ja, das hat ganz gut geklappt.“ Zum zweiten Mal im braun-weißen Dress, doch im Gegensatz zu seinem Bundesliga-Debüttor in Freiburg zum 1:2-Endstand hatte der Treffer diesmal große Bedeutung.

Kiezkicker Louis Oppie spricht über „Scheißsituation“

„Es freut mich einfach auch für die ganze Mannschaft, dass wir mal wieder ein Erfolgserlebnis hatten“, sagte Oppie. „Vor allem nach so einer Scheißsituation, viele Spiele in Folge zu verlieren.“ Und auch in Gladbach galt es, ein bergähnliches Hindernis zu überwinden, denn der zwischenzeitliche Ausgleich der Borussia kann ein wackelndes Konstrukt wie das eines Teams, das zuletzt nur Niederschläge einstecken musste, schnell zum Einsturz bringen. Dass dies nicht geschah, war vielleicht die größte Leistung dieses erfolgreichen Abends, kam für den 23-Jährigen aber nicht wie Kai aus der Kiste.

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„Die letzten Wochen haben uns vom Gefühl her nochmal mehr zusammengeschweißt“, erklärte Oppie. Man habe viel kommuniziert, über Details gesprochen, über alles Mögliche. „Wir stehen einfach alle noch mehr zusammen, um da gemeinsam rauszukommen. Und das haben wir in Gladbach gesehen, mit einem guten Gefühl im Rücken auch aus der ersten Halbzeit und auch eigentlich aus dem München-Spiel. Deswegen gab es keinen Grund, einzubrechen.“ Diese Wahrnehmung habe jeder im Team, „und wenn wir so weitermachen, bin ich auch überzeugt davon, dass das auf Dauer so kommen wird“.

St. Pauli mit Pokal-Schwung nach Köln

Man nehme jetzt „auf jeden Fall“ ein gutes Gefühl mit in die Liga und zum Spiel am Samstag in Köln, „und ich glaube schon, dass das was mit uns machen kann“. Was unabdingbar wäre, um endlich wieder Zählbares einzufahren und im Kampf um den Klassenerhalt neue Energie zu tanken. Der Pokal ist da eigentlich vergleichsweise nur Beiwerk, kann aber eben enorm energiespendend wirken. Das weiß keiner besser als Oppie, der es mit Arminia Bielefeld in der Vorsaison nicht nur zum Aufstieg in die 2. Liga, sondern eben auch bis zum Endspiel in seine Geburtsstadt Berlin geschafft hatte. Nicht zum letzten Mal, wenn es nach ihm geht: „Ich will auf jeden Fall nochmal ins Finale“, unterstrich er. „Ich glaube, das wollen alle.“

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