Zurück nach England: Oladapo Afolayan verlässt den FC St. Pauli
Es zog sich bis kurz vor Ultimo, findet dann aber doch noch in der regulären Spielzeit statt: Am Tag vor dem Deadline Day hat der FC St. Pauli noch einen Abgang zu vermelden: Nach langer Suche nach einem neuen Klub ist Oladapo Afolayan in seinem Heimatland fündig geworden.
Auf dem Kiez hatte der Aufstiegsheld, der insgesamt 93 Mal das braun-weiße Trikot getragen und dabei 16 Treffer (plus sieben Assists) erzielt hat, schon seit Monaten keine Perspektive mehr. Mit Trainer Alexander Blessin hatte der vor exakt drei Jahren verpflichtete Offensivmann von Beginn an ein ausbaufähiges Verhältnis, das man spätestens nach Afolayans anklagenden Worten im Anschluss ans letzte Saisonspiel der Vorsaison als gestört bezeichnen konnte.
Afolayan spielte letztmals im November für St. Pauli
Zwar rafften sich beide Parteien im Sinne des großen Ganzen noch einmal auf und versuchten sich an einer konstruktiven Zusammenarbeit. Das Kind war allerdings in den Brunnen gefallen, fortan nahm man das Miteinander von außen vor allem noch als Belastung war, zumal sich weitere Vorfälle ereigneten. Am 1. November, beim deprimierenden 0:4 zu Hause gegen Gladbach, stand Afolayan (28) letztmals in St. Paulis Startelf. Es sollte, das weiß man jetzt, generell sein Abschiedsspiel gewesen sein. Seitdem kam keine weitere Einsatzminute hinzu.
Der Stürmer wechselt nach Blackburn
Daran hätte sich auch in Zukunft nichts geändert, weswegen von beiden Seiten eine Trennung in der Transferphase angestrebt worden war. Die ist nun offiziell, wie St. Pauli am Sonntagabend offiziell bestätigte: Flügelspieler Afolayan wechselt zu den Blackburn Rovers, dem Drittletzten der englischen Championship (2. Liga). Trainer dort ist mit Valérien Ismael ein alter Bekannter aus aktiven Zeiten, der Franzose spielte für Werder Bremen, den FC Bayern und Hannover 96.
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Da der Vertrag in Hamburg nur noch bis zum Sommer gültig gewesen ist und man gemeinhin um den Umstand wusste, dass St. Pauli den Spieler würde abgeben wollen, dürfte der Kiezklub nur eine vergleichsweise geringe Ablösesumme für Afolayan kassieren, vermutlich im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich. Viel wichtiger aber dürfte allen Beteiligten sein, dass nun endlich wieder Ruhe einkehren kann – wenn man sich allseits darauf besinnt, nicht noch mit Schmutz zu werfen.
Zwischen Afolayan und dem FC St. Pauli hat lange vieles gepasst
Das wird hoffentlich nicht passieren. Es ist jetzt schon schade genug, dass Afolayan, dessen Verdienste um die sportliche Entwicklung des Kiezklubs komplett unbestritten sind, nicht als das geht, was er über weite Strecken seiner Zeit in Hamburg war: ein Publikumsliebling. Andererseits hat der Spieler auch dem Klub sehr viel zu verdanken, denn egal, was jetzt noch kommen wird: Die erfolgreichste Zeit seiner Karriere wird Oladapo Afolayan beim FC St. Pauli zugebracht haben.
Der Kiezklub schrieb ihm zum Abschied: „Ein besonderer Meilenstein der gemeinsamen Zeit war der Aufstieg in die Bundesliga. Afolayan hatte daran mit wichtigen Aktionen, Toren und Vorlagen einen wichtigen Beitrag geleistet, dass der FC St. Pauli nach vielen Jahren wieder in die höchste deutsche Spielklasse zurückkehrte. Der FC St. Pauli bedankt sich bei Afolayan herzlich für die gemeinsame Zeit. Für seinen weiteren sportlichen Weg bei den Blackburn Rovers und für seine persönliche Zukunft wünschen wir ihm nur das Beste und viel Erfolg. Du wirst am Millerntor immer willkommen sein, Dapo!”
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