FC St. Pauli
Offiziell: St. Pauli holt neuen Abwehrchef – was sich Bornemann und Rapp erhoffen
Der FC St. Pauli hat Marcus Mathisen verpflichtet. Der Däne, der aus Magdeburg kommt, soll nach den vielen Abgängen die neue Defensive von Trainer Marcel Rapp durch seinen emotionalen Spielstil und mit seinem guten Spielaufbau stabilisieren.
Mit Hauke Wahl (VfL Wolfsburg) und Karol Mets (auslaufender Vertrag) stehen zwei zentrale Abgänge in der Defensive bereits fest. Mit dem umworbenen Eric Smith, der - wie auch seine australischen Teamkollegen - mit Schweden das Sechzehntelfinale erreicht hat, könnte ein weiterer Defensivspezialist den Kiezklub ebenfalls noch verlassen, wenngleich Trainer Marcel Rapp auf dessen Verbleib setzt. Nun soll ein neuer Skandinavier der neue Abwehr-Boss auf dem Kiez werden.
Mit Marcus Mathisen (30) vom Ligakonkurenten Magdeburg verpflichtet St. Pauli einen gestandenen Zweitliga-Spieler, was ausdrücklich das Wunsch-Profil war, weil er „die 2. Liga bereits kennt und entsprechend keine lange Anlaufzeit brauchen wird“, so Sportchef Andreas Bornemann. In 94 Spielen für zunächst Wehen Wiesbaden und dann Magdeburg erzielte der 1,84m-Mann vier Tore. Die offizielle Verkündung erfolgte noch am Freitagabend.
Mathisen kommt ablösefrei
Der Däne, dessen Vertrag zum 30. Juni ausläuft, kommt ablösefrei und war auch deswegen ebenfalls von Hertha BSC und Holstein Kiel umworben.
Eric Smith verweilt, noch immer ohne Einsatzminute, weiterhin beim schwedischen Nationalteam. Neu-Trainer Marcel Rapp hatte unlägst über Smith gesagt: „Also erstmal hat er hier noch Vertrag, soweit ich weiß. Deswegen gehe ich erstmal davon aus, dass er hier aufschlägt.“
Das Millerntor darf sich auf dänische Emotionalität und Zweikampfhärte freuen
Ob der routinierte Schwede Smith jedoch tatsächlich mit in die Saison gehen wird, bleibt weiterhin mindestens fragwürdig. Mit Mathisen kommt jetzt zumindest ein weiterer Skandinavier nach Hamburg und ist mit einer Schwedin verheiratet.
In den letzten zwei Jahren war Mathisen die emotionale Führungsfigur beim 1. FC Magdeburg. Acht gelbe Karten in der abgelaufenen Saison sprechen für eine durchaus gesunde Zweikampfhärte. Doch der Däne wird auch im Aufbau gefragt sein. Und das kann er: In der abgelaufenen Saison kam er nicht nur auf im Schnitt 81 Ballkontake pro Spiel (ligaweit Platz 2), bei der Statistik „Zielgenaue lange Bälle pro 90 Minuten“ liegt er mit durchschnittlich 7,4 pro Spiel sogar auf Platz eins der 2. Liga. Genau diese Fähigkeiten wollte St. Pauli neu ins Team bringen, wie sowohl Bornemann als auch Rapp in der offiziellen Vereinsmitteilung betonten.
Mathisen kann die Smith-Position - und will in die Bundesliga
Auch der Neuling ist dabei übrigens flexibel einsetzbar: In seinen 35 Saisonspielen (zwei im Pokal) kam Mathisen auch zehn Mal im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Darüber sagte er schon zu Magdeburger Zeiten einmal: „Ich mag es, aus der Abwehr herauszugehen.“ Beim Kiezklub will er mit „meinen Fähigkeiten und meiner Erfahrung helfen, dass wir als Team defensiv stabil stehen und eine erfolgreiche Saison spielen.“
Als er 2024 mit Wiesbaden nach den Relegationsspielen abstieg, wechselte er zu Magdeburg, um in der 2. Liga zu bleiben. Mit seinem Wechsel zum FC St. Pauli könnte er nun den nächsten Schritt gehen, um sein langfristiges Ziel doch noch zu erreichen: „Die Bundesliga wäre ein großes Ziel für mich“, sagt er in einem Podcast vom MDR bereits 2024.
Kann Mathisen direkt einschlagen?
Ob Mathisen tatsächlich als Ersatz für Smith angedacht sein wird, ist reine Spekulation. Auch der Däne wird sich unter dem neuen Trainer erst einmal beweisen müssen. Außerdem: Mit Tomoya Ando, Adam Dzwigala und David Nemeth hat man bereits mindestens drei solide Defensivoptionen für die Zentrale.
Insbesondere bei Nemeth – laut Rapp ein „sehr guter Zweitliga-Spieler“ – hofft man in dieser Saison auf den großen Durchbruch. Auch er bekommt seine Chance, wie im Übrigen alle Spieler, um sich in der Vorbereitung zu beweisen: „Alle Jungs sind aufgefordert und eingeladen, sich von der bestmöglichen Seite zu zeigen. Es liegt an den Jungs, ihre Leistungen zu bringen“, so der Neu-Coach.
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