Nico Schlotterbeck Borussia Dortmund beschwert sich im Spiel gegen St. Pauli.

Nico Schlotterbeck brachte Alexander Blessin gegen sich auf. Foto: imago/RHR-Foto

„Normalerweise ist der Fuß ab“: Warum Blessin Rot für Schlotterbeck wollte

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Es gab so einige strittige Szenen in diesem denkwürdigen braun-weißen Fußball-Drama, aber über eine war für den Geschmack von Alexander Blessin zu wenig gesprochen worden und deshalb stieß er das Thema nach der Partie selbst an. Im Mittelpunkt: Deutschlands derzeit bester und begehrtester Abwehrspieler und eine Monstergrätsche. Der St. Pauli-Trainer sah bei dieser Szene wortwörtlich Rot. Nicht einmal BVB-Trainer Niko Kovac wollte widersprechen.

Nein, er wolle auf keinen Fall als „schlechter Verlierer“ dastehen, aber schon früh sei eine möglicherweise spielentscheidende Szene zu Gunsten der Dortmunder ausgelegt worden, die seiner Meinung nach individuell und kollektiv glimpflich davongekommen waren.

Schlotterbeck senst Pyrka – für Blessin eine Rote Karte

In der 16. Spielminute hatte BVB-Verteidiger Nico Sclotterbeck die Grätsche ausgepackt, als St. Paulis Schienenspieler Arkadiusz Pyrka bei einem Flankenlauf schon vorbeigezogen war. Der deutsche Nationalspieler erwischte den polnischen Nationalspieler voll am rechten Knöchel. Ein derart heftiges Einsteigen, dass es an ein Wunder grenzte, dass Pyrka es nach einer längeren Behandlungspause letztlich unbeschadet überstanden hatte und weiterspielen konnte.

„Wie Schlotterbeck da reingeht, da ist alles gegeben: er spielt den Ball nicht, knöchelhoch – da ist im Normalfall der Fuß ab und dann sprechen wir darüber, dass es nach einer Viertelstunde eine Rote Karte ist“, befand Blessin und sah die Kriterien für einen Platzverweis erfüllt. Doch Schiedsrichter Harm Osmers hatte Schlotterbeck mit Gelb verwarnt, kein grobes Fouldspiel und eine eindeutige oder absichtliche Gesundheitsgefährdung gesehen.

Niko Kovac hat Verständnis für Blessins Ärger

Dass der Abwehrboss der Dortmunder glimpflich davon gekommen war, wusste er nicht nur selbst (als Pyrka länger am Boden liegend behandelt wurde, ging Schlotterbeck noch einmal hin, um sich zu entschuldigen), sondern auch sein Trainer. „Ich verstehe Alex bei der Situation mit Schlotterbeck“, sagte Niko Kovac. Das Foul seines Spielers sei „ziemlich hart“ gewesen. Mit der Verwarnung „ist es für uns gut gelaufen, für St. Pauli weniger“.

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Für Blessin und St. Pauli blieb am Ende das bittere Gefühl, dass zuletzt ein Übermaß an strittigen Szenen gegen die Kiezkicker ausgelegt und entschieden wurden und zwei Niederlagen in Serie und das Abrutschen auf den letzten Tabellebplatz dürften so eine Wahrnehmung noch verstärken.

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