FC St. Pauli

Noch ein Abgang! Warum man vor diesem Profi den Hut ziehen muss

Fin Stevens und Abdoulie Ceesay mit guter Laune beim Training.
Fin Stevens (r.) war im Team sehr beliebt, auch bei Abdoulie Ceesay.

Der FC St. Pauli hat den nächsten Abgang vermeldet. Sportlich fällt der kaum ins Gewicht, dennoch muss man großen Respekt vor dem Spieler haben.

Der FC St. Pauli hat einen weiteren Abgang bekanntgegeben. Einen, der sportlich zwar weit weniger ins Gewicht fallen wird als der von Hauke Wahl, der aber trotzdem einer besonderen Erwähnung bedarf. Denn gleichwohl Fin Stevens, der für eine kleine Ablöse zu Leyton Orient (League One; also 3. Liga) auf die Insel wechselt, keine fußballerischen Spuren auf dem Kiez hinterlassen hat, sollte man den Hut vorm 23-Jährigen ziehen.

Vor rund zwei Jahren hatten die Hamburger den Rechtsverteidiger für kolportierte 600.000 Euro als Back-up für Manolis Saliakas aus Brentford geholt. Gleich im ersten Pflichtspiel der Saison 2024/25 hatte Stevens in der Startelf gestanden, beim DFB-Pokal-Krimi in Halle (3:2 nach Verlängerung) aber – wie viele andere auch – nicht überzeugen können. Es sollte lange dauern bis zum nächsten Einsatz. Sehr lange.

Fin Stevens durfte für St. Pauli U23 nicht spielen

Am 26. Januar des Folgejahres durfte der Waliser zum zweiten Mal ran, gab beim 3:0 gegen den 1. FC Union Berlin sein Bundesliga-Debüt – für eine geschlagene Minute. Besser als nichts, aber grundsätzlich natürlich weit weg von zufriedenstellend für einen jungen Mann, der vor allem eins möchte: spielen. Dass er das nicht durfte, hatte Gründe. Für die Profis reichte es schlicht nicht, für die U23 war er als Nicht-EU-Ausländer nicht einsatzberechtigt.

Und so bestand Fin Stevens‘ Dasein vor allem aus trainieren. Immer wieder, jeden Tag aufs Neue, musste er sich hochfahren, wohl wissend, dass er eigentlich keine Chance darauf hatte, am Wochenende im Trikot und in einem prall gefüllten Stadion kicken zu dürfen. Das alles weit weg von zu Hause in einem fremden Land, dessen Sprache er nicht mächtig ist. Da kann man schon mal resignieren.

In Leipzig hatte Fin Stevens seinen längsten St. Pauli-Einsatz

Stevens aber machte das Beste aus seiner Situation. In nahezu jeder Einheit ging er ans Limit, verbreitete nie Frust oder schlechte Laune, hatte gute Beziehungen zu etlichen Kollegen und war fester Bestandteil des großen Ganzen. Ein kleiner Lohn in Form eines 26-minütigen Einsatzes beim 1:2 in Leipzig am 33. Spieltag der Vorsaison folgte immerhin noch. 

„Fin hat sich immer vorbildlich verhalten, Einsatz gezeigt und hart gearbeitet“, hob Sportchef Andreas Bornemann hervor, um dann einzuräumen: „Letztlich haben sich aber für beide Seiten die mit seinem Wechsel zu uns verbundenen Hoffnungen nicht erfüllt, so dass ein Neustart bei einem anderen Verein sinnvoll erscheint. Dafür wünschen wir Fin alles Gute.“ 

Fin Stevens wechselt von St. Pauli in die 3. Liga Englands

Das kann der Protagonist bestens gebrauchen. „Ich habe mich beim FC St. Pauli und in Hamburg sehr wohlgefühlt, aber sportlich hätte ich gerne eine größere Rolle gespielt“, gestand der Rechtsverteidiger. Ihm sei es wichtig, wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen, „und diese Chance sehe ich bei Leyton Orient. Dem FC St. Pauli wünsche ich viel Erfolg für die kommende Spielzeit“.  


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