FC St. Pauli
„Nichts als Dankbarkeit“: Ex-St. Pauli-Profi beendet Karriere mit 30 Jahren
Im Alter von 30 Jahren beendet der langjährige Kiezkicker Luca Zander seine Karriere, die er einst in der Jugend von Werder Bremen begonnen hatte. Auf Instagram wird er emotionale Worte los.
Sechs Jahre blieb er beim FC St. Pauli. In 119 Spielen gelangen dem in Weyhe geborenen und zunächst von Werder Bremen ausgeliehenen Luca Zander vier Treffer für Braun-Weiß. 2023 verabschiedete er sich aus Hamburg. Zuletzt lief er für den Viertligisten Blau-Weiß Lohne auf. Und jetzt zieht Zander einen Schlussstrich unter seine Karriere – mit 30 Jahren.
Ein besonderes Karriere-Highlight bleibt für ihn sicherlich die Pokalsaison 2021/2022, als Zander mit dem Kiezklub im Achtelfinale den großen Erstligisten BVB (mit Weltstars wie Erling Haaland, Marco Reus oder Jude Bellingham) mit 2:1 am Millerntor besiegte und aus dem Cup warf. Dabei kam Zander in der 75. Minute für Sebastian Ohlsson aufs Feld und brachte die Überraschung mit über die Zeit. Im Viertelfinale unterlag St. Pauli mit Zander in der Startelf bei Union Berlin mit 1:2.
Zander verabschiedet sich auf Instagram – Oke Göttlich kommentiert
Vor allem ein Schulterbruch (2019) und die Achillsehnenprobleme rund um den Jahreswechsel 2022/23 verhinderten deutlich mehr Einsätze für Zander. Immer wieder warfen ihn auch kleinere Verletzungen zurück. Auch deswegen kam der 1,86-Meter-Mann, der zwischen 2006 und 2017 bei Werder gereift war, nie über 25 Saisonspiele für St. Pauli in der Liga hinaus. Nach zunächst zwei Jahren als Leihprofi verpflichten die „Boys in Brown“ den Außenverteidiger im Sommer 2019 für rund 400.000 Euro fest.
In den sozialen Medien lässt der nun ehemalige Profi seine Fans an seiner Entscheidung teilhaben – und findet dabei emotionale Worte: „Wenn jemand diesem kleinen Jungen auf dem ersten Bild gesagt hätte, was einmal auf ihn wartet, hätte er es wahrscheinlich nicht geglaubt“, schreibt er.
Und weiter: „Dass er einmal für den Verein aufläuft, dessen Spiele er als kleiner Junge von der Tribüne verfolgt hat. Dass er mit dem FC St. Pauli unvergessliche Jahre erlebt und auch auf seinen weiteren Stationen Freundschaften fürs Leben findet und gemeinsam Erfolge feiern darf. Ich blicke mit nichts als Dankbarkeit zurück. Danke an alle, die mich auf diesem Weg begleitet, unterstützt und an mich geglaubt haben. Der kleine Junge hätte es niemals für möglich gehalten.“
Auch ehemalige Wegbegleiter haben sich bereits zu Wort gemeldet, darunter St. Pauli-Präsident Oke Göttlich, der in den Kommentaren schreibt: „Luca, so gut. Was gibt es Schöneres? Dir und deinen Lieben alles Gute. Schau mal wieder vorbei.“ Nikola Vasilj, Simon Makienok und Marvin Knoll haben ebenso kommentiert wie Loic Favé vom Stadtrivalen HSV.
Am Millerntor bleibt er auch als Mensch in Erinnerung
Neben seinem Fleiß auf dem Platz erinnert man sich am Millerntor insbesondere an den Menschen Luca Zander, über den Fabian Hürzeler einst sagte: „Er hat ein unheimlich gutes Gespür für Situationen außerhalb des Fußballs. Als Mensch ist er einfach jemand, der ein Gefühl hat.“ Zander habe erkannt: „Okay, mein Mitspieler braucht Unterstützung, ihm geht’s nicht gut, er ist unzufrieden, unglücklich, was kann ich für ihn tun?“
Nachdem es Zander im Jahr 2023 nach sechs Jahren an der Elbe nach Sandhausen verschlagen hatte, verließ er den SVW nach einer desaströsen Saison und dem Abstieg aus der 3. Liga im Sommer 2025.
Zander emotional: „Ich durfte meinen Traum leben“
Mit seinem Wechsel zum TuS Blau-Weiß Lohne in die Regionalliga Nord entschied er sich vor einem Jahr für einen Schritt zurück. Rund zwölf Monate später und nach 21 Einsätzen (ein Tor, drei Assists) für den Viertligisten erfolgt jetzt das Karriereende.
Zander beendet seinen Instagram-Beitrag mit nostalgischen Worten: „Ich durfte meinen Traum leben. Danke.“
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