FC St. Pauli
Nicht nur sportliche Gründe: Darum spielte St. Pauli-Profi Eric Smith bei der WM keine Minute
Bei der Weltmeisterschaft war er zwar dabei, aber nicht richtig mittendrin. St. Paulis abwanderungswilliger Defensivstratege Eric Smith hat mit Schwedens Nationalteam nach dem Sechzehntelfinale die Heimreise antreten müssen – ohne eine einzige Spielminute im Gepäck. Das hatte nicht nur sportliche Gründe.
Im rund dreiwöchigen Urlaub hat Eric Smith nun genügend Zeit, die Erlebnisse und Eindrücke noch einmal Revue passieren zu lassen und zu verarbeiten. Und sich Gedanken über seine Zukunft zu machen, die – geht es nach ihm – nicht mehr beim Kiezklub passiert. Die große WM-Bühne hat er jedenfalls nicht nutzen können, um sich ins Rampenlicht zu spielen und sich für einen neuen Verein interessant zu machen oder zu empfehlen. Und es dürften ihn Wehmut packen und die Frage an ihm nagen, was hätte sein können bei der Weltmeisterschaft …
Vier Partien haben die Schweden bei dem XXL-Turnier absolviert: die Vorrundenduelle gegen Tunesien (5:1), die Niederlande (1:5) und Japan (1:1) sowie das Sechzehntelfinale gegen Frankreich, das klar mit 0:3 verloren gegangen war. In keinem der vier Spiele war Smith zum Einsatz gekommen und kann dementsprechend kein WM-Spiel in seiner Vita vorweisen.
Eric Smiths Stammplatz bei der WM war die Ersatzbank
Für die Fußballwelt war es nicht einmal eine Randnotiz und auch in Deutschland ist nicht mehr bekannt, als dass Smith viermal im Kader, aber viermal bis zum Schlusspfiff auf der Reservebank gehockt hatte. Immerhin war ihm durch die neue Regelung vergönnt, dass er mit der Mannschaft ins Stadion einlaufen und auch die Hymne mitsingen konnte, was bei vorherigen Weltmeisterschaften stets der jeweiligen Startelf vorbehalten gewesen war.
Im WM-Lager der Schweden und bei den heimischen Medien war die Personalie Smith logischerweise mehrfach Thema während der WM.
Muskuläre Probleme bremsten Eric Smith aus
Vor dem Auftaktspiel gegen Tunesien am 15. Juni war noch alles in Ordnung gewesen beim 29-Jährigen. Doch in der Vorbereitung auf das zweite Gruppenspiel gegen die Niederlande machte der Körper Probleme. Beim Abschlusstraining mit der Mannschaft musste er passen, absolvierte eine individuelle Einheit. „Das Spiel kommt etwas zu früh. Es ist nur eine kleine Blessur, und ich denke, er wird nächste Woche wieder dabei sein“, hatte Schwedens englischer Nationaltrainer Graham Potter erklärt. Doch auch in den Tagen der Vorbereitung auf die Partie gegen Japan konnte Smith nicht voll mittrainieren.
Bei seinen offiziell nicht näher benannten Problemen soll es sich um muskuläre Probleme gehandelt haben, die mögliche Einsätze verhindert haben. Als Startelfspieler war der Abwehrmann ohnehin nicht eingeplant, aber durchaus als Kandidat für Einwechslungen, denn Potter schätzt die Qualitäten von Smith, der allerdings im vorletzten Test vor dem Turnier gegen Norwegen (1:3) eine schwache Leistung gezeigt hatte und schon zur Halbzeit und damit früher als geplant ausgewechselt worden war.
Eric Smith und die Nationalmannschaft – eine komplizierte Beziehung
Mal wieder war es also der eigene Körper, der – insbesondere im Kontext der Nationalmannschaft – Smith einen Strich durch die Rechnung und alle Hoffnungen auf einen WM-(Kurz-)Einsatz zunichte machte. Kleine Blessur, große Wirkung.
Bitter: Bereits von Schwedens WM-Play-off-Finale im März hatte der in Halmstad geborene Familienvater aufgrund muskulärer Probleme in der linken Wade vorzeitig abreisen müssen und den Sieg gegen Polen und die anschließenden Jubelfeiern verpasst. In Hamburg wurde dann ein Muskelfaserriss diagnostiziert, durch den er drei Bundesligaspiele verpasste.
Es bleibt abzuwarten, ob Smith seine bislang als „kleine Blessur“ bezeichneten Probleme im Urlaub vollständig auskurieren kann. Und ob er überhaupt noch einmal auf dem Trainingsplatz des FC St. Pauli zurückkehren wird oder schon vorher einen neuen Klub findet und ein Transfer über die Bühne gebracht werden kann.
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