Dapo Afolayan im Test gegen Bremen

Brachte sich gegen Bremen gut ein: Dapo Afolayan Foto: WITTERS

„Nicht in der eigenen Hand“: Wie St. Paulis Afolayan seine Zukunft sieht

kommentar icon
arrow down

Er hatte – wie alle gesunden Profis des FC St. Pauli – endlich mal wieder Zeit, sich zu zeigen. 45 Minuten lang wirkte Oladapo Afolayan im Test gegen Werder Bremen (0:0) mit, dabei durchaus agil, hatte Chancen, traf aber nicht. Nach der Partie nahm er sich Zeit in der Mixed Zone und sprach über seine schwierige Situation.

Fast hatte er in der Nachspielzeit noch den eigentlich überfälligen Siegtreffer beim 0:0 erzielt. „Die letzte Chance war unglücklich“, beschrieb er später, wie der von Erik Ahlstrand vors Werder-Gehäuse gebrachte flache Ball nicht nur an Feind, sondern auch an Freund vorbeirrollen konnte. „Ich glaube, der Verteidiger wusste nicht, dass ich da bin. Dann ließ er den Ball durch, aber ich konnte nicht mehr reagieren.“

Dass Afolayan schon seit geraumer Zeit nur noch reagieren statt agieren kann, ist für den Aufstiegshelden natürlich schwer zu akzeptieren. In den letzten sechs Pflichtspielen hatte ihn Coach Alexander Blessin nicht mal mehr für den Kader nominiert, was angesichts seines im Sommer auslaufenden Vertrags die Wahrscheinlichkeit wachsen lässt, dass er den Kiezklub noch im Januar verlassen wird.

Dapo Afolayan: „Ich gebe immer 100 Prozent“

Afolayan hielt sich bedeckt bei dem Thema. „Sehr schön“ sei es für ihn gewesen, endlich mal wieder am Millerntor spielen zu dürfen. „Ich meine, ich bin bereit und trainiere, das ist Fußball“, ergänzte er. „Du musst immer hart trainieren und bereit sein, für jede Chance, die sich bietet.“ Immer bereit zu sein für das Team, das sei das Wichtigste. „Eine Sache, die niemand abstreiten kann, ist, dass ich, egal wo ich bin, alles gebe und versuche, dem Team zu helfen. Egal wo, ich gebe immer 100 Prozent und ich werde alles geben, dem Team zu helfen.“ Das Team brauche jeden, „es geht um alle von uns. Wir haben einen großen Kader, also können natürlich nicht alle spielen, und wenn man raus ist, muss man bereit sein“.

Das könnte Sie auch interessieren: St. Paulis starker Härtetest gegen Bremen

Klingt nicht zwingend nach unmittelbar bevorstehendem Tapetenwechsel. „Ich habe ein paar Monate nicht gespielt, aber ich fühle mich immer noch so, als könnte ich performen und dem Team helfen“, fuhr der 28-Jährige fort. „Manche Dinge und Entscheidungen liegen nicht in der eigenen Hand, das muss man respektieren und normal weitermachen. Und wenn ich gerufen werde, gebe ich mein Bestes.“ That’s it. Das ist es.


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Ausnahme-Winter: Alles rund um die Hamburger „Eiszeit“ – Plus: Die besten Rodelpisten
  • Vermisst: Wenn Kinder wie Aaliyah Jolie F. (13) immer wieder abhauen
  • Köhlbrand: So soll die neue Brücke aussehen
  • Gastro-Mehrwertsteuer sinkt: Wird Essengehen jetzt günstiger?
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
  • 16 Seiten Sport: Das kann die neue HSV-Hoffnung Downs & St. Pauli-Leader Hauke Wahl mit Klartext
  • 20 Seiten Plan 7: Was bald in den Museen gezeigt wird, „Die Carmen von St. Pauli“ ist zurück & Abend der Rockgiganten

Tatsächlich kommen von keiner Seite Vorwürfe, Afolayan hätte oder würde sich ob der frustrierenden Lage hängen lassen. „Weder im Training noch im Spiel, wenn er wie gegen Bremen seine Minuten bekommt, ist ein Spannungsabfall erkennbar“, erklärte dann auch Sportchef Andreas Bornemann, der zudem erläuterte, welch sportliche Natur die Nichtberücksichtigung der vergangenen Wochen und Monate gehabt habe.

St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann mit warmen Worten

Denn offensive Außen sind spätestens seit der Rückkehr zu alten defensiven Stärken nicht mehr gefragt im System. Akteure wie Danel Sinani oder Connor Metcalfe, die im Grunde immer dabei sind, wenngleich sie zuletzt wenig spielten, hätten da schon „ein anderes Profil für das, was wir machen wollen. Dadurch ist es dann halt auch ein Stück weit erklärbar, warum es für Dapo vielleicht auch mal für den Kader oder für die Startelf oder was auch immer enger wird“. Das habe keine persönlichen Hintergründe, auch nicht die, „weil er im Sommer vielleicht mal sich komisch geäußert hat nach der Saison. Da ist ein Haken dran.“

Was die Sache für Afolayan freilich nicht wirklich erträglicher macht. Bornemann hat Verständnis dafür, „dass er diese Rolle jetzt nicht mit großer Freude und Entzückung annimmt und sich natürlich auch seine Gedanken macht in Richtung Perspektive“. Ob schon jetzt im Winter oder erst ab Sommer, das werde sich zeigen. Zwar gäbe es schon lockere Anfragen und immer wieder Gespräche, „aber nichts, was sich jetzt konkret abzeichnen würde“.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test