Neuzugänge mittendrin: So sieht St. Paulis neue Bundesliga-Startelf aus

Morgan Guilavogui beim Kopfball gegen Norwich City
St. Paulis neuer Leihstürmer Morgan Guilavogui kommt gegen Norwich zum Kopfball.

Das Transferfenster schließt erst Ende August. Gut möglich, dass der FC St. Pauli noch Spieler verpflichtet. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel zeichnet sich dessen ungeachtet bereits eine braun-weiße Bundesliga-Elf ab.

Das 3:1 beim englischen Zweitligisten Norwich City am vergangenen Wochenende bot ein gutes Bild davon, wie die Kiezklub in der Eliteklasse bestehen will. Frühes Pressing, schnelles Kombinationsspiel und eine 3-5-2-Formation, die bei Ballverlust durch den Rückzug der Außenbahnspieler zur 5-3-2-Verteidigung wird.

Nikola Vasilj dürfte im St. Pauli-Tor gesetzt sein

Das Personal dafür ist im Prinzip vorhanden. Im Tor dürfte Nikola Vasilj gesetzt sein. Der Bosnier konnte Teile der Vorbereitung nur eingeschränkt absolvieren, zeigte gegen Norwich aber starke Paraden. Neuzugang Ben Voll sammelte in seinen ersten Wochen einige Pluspunkte und stünde zur Vertretung bereit.

In der Abwehr bleibt personell alles beim Alten. Eric Smith in der Zentrale wird auch weiter eine wichtige Rolle in der Spieleröffnung einnehmen, soweit dies die Bundesliga-Gegner zulassen. Mit Hauke Wahl und Karol Mets hat er die alten Zweitliga-Kollegen an seinen Seiten – wobei ein Backup für die Verteidigung zu den möglichen Aktivitäten St. Paulis auf dem Transfermarkt zählt.

Neuzugang Robert Wagner bildet mit Kapitän Jackson Irvine und dessen australischen Landsmann Connor Metcalfe das Trio im Mittelfeld. Auf den Außenbahnen hat Trainer Alexander Blessin fast ein Überangebot zur Verfügung. Philipp Treu zeigte sich in Norwich fit und stark und dürfte auf der linken Seite gesetzt sein. Rechts böte sich Manolis Saliakas an – doch der Grieche arbeitete im Sommer hauptsächlich an seiner lädierten Wade und konnte sich dementsprechend nicht mit der Mannschaft einspielen.

Fin Stevens und Lars Ritzka im St. Pauli-Training
Auch der neue Waliser Fin Stevens (hier vor Lars Ritzka) könnte in die erste Elf rücken.

In Norwich setzte Blessin zunächst auf Neuzugang Fin Stevens, zur zweiten Hälfte schickte er andere Kandidaten wie Danel Sinani und Scott Banks auf den Rasen. Insgesamt werden die Schienenspieler angesichts der gestiegenen Anforderungen in der Bundesliga deutlich defensiver unterwegs sein, als es im braun-weißen Zweitliga-Dominanzfußball unter Fabian Hürzeler der Fall war. Das wiederum wirft die Frage auf, welche Rollen die schnellen Offensivspieler Oladapo Afolayan und Elias Saad künftig einnehmen werden.

Eggestein und Guilavogui harmonieren im St. Pauli-Sturm

Zwar betont Blessin, dass er sich keinesfalls auf eine Aufstellung mit zwei zentralen Stürmern festgelegt habe. Doch das Zusammenspiel im Angriff von Johannes Eggestein und Leihstürmer Morgan Guilavogui klappte in Norwich nach wenigen Trainingseinheiten so gut, dass es grundsätzlich keinen Anlass für eine Abkehr vom Zwei-Stürmer-Modell gibt.

„Wir wollen sehr variabel sein“, hat Blessin als Parole ausgegeben. Die nächsten Gegner fordern diese Variabilität heraus: Mit Europapokalsieger Bergamo, Regionalligist Halle (Pokal, 16.8.) und Bundesliga-Überraschungsteam Heidenheim (25.8.) steht St. Pauli vor drei sehr unterschiedlichen Herausforderungen.

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Fünf Tage nach dem Bundesliga-Auftakt schließt dann das Transferfenster, eine halbe Stunde vor dem Anpfiff des Auswärtsspiels bei Union Berlin. Dann erst steht der Kader, mit dem St. Pauli den ersten Klassenerhalt seit 1996 schaffen will.