FC St. Pauli
Neuer Mann bei der U23: St. Paulis Trainerwahl hat ihre Gründe und ein großes Ziel
Beim FC St. Pauli hat schon lange kein eigenes Talent mehr den Sprung in die Bundesliga geschafft. Mit dem neuen Trainer-Duo bei den Profis und der U23 soll das anders werden.
Es gibt vermutlich nicht viel, was sie nicht voneinander wissen. Viereinhalb Jahre lang haben Marcel Rapp und Alexander Hahn bei der KSV Holstein in Kiel zusammengearbeitet, jetzt sind beide beim FC St. Pauli. Zumindest in Bezug auf Hahn in neuen Rollen, aber weiterhin eng miteinander verknüpft. Aus gutem Grund.
In 134 Partien waren sie gemeinsam verantwortlich für das Treiben bei den Störchen. Rapp – wie auch jetzt beim Kiezklub – als Chefcoach, Hahn als einer seiner Co-Trainer. Mit seinen analytischen Fähigkeiten hatte sich der heute 37-Jährige schon zuvor einen Namen gemacht (Bochum, HSV, Fürth), jetzt aber hat der gebürtige Duisburger für sich selbst entschieden, dass es Zeit ist, raus zu treten aus dem Schatten und selbst eine andere Form von Verantwortung zu übernehmen.
Marcel Rapp war in St. Paulis Trainersuche involviert
St. Pauli hatte sich in den vergangenen Wochen mit mehreren Kandidaten beschäftigt in Bezug auf die Nachfolge von Karsten Neitzel, der bekanntlich wie geplant zurückkehrt in seine Position in der Scouting-Abteilung. Klar war aber auch: Eine Entscheidung wird es erst geben, wenn die Trainer-Frage bei den Profis geklärt ist. Der neue Coach sollte mit einbezogen werden.
Und so wird natürlich ein Schuh draus aus der Punktlandung mit Hahn einen Tag vor der ersten Trainingseinheit der Mannschaft, die durch den Lizenzentzug von Drittligist 1860 München doch noch den nachträglichen Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft hat und nun einen neuen Anlauf nehmen wird, sich viertklassig zu etablieren – und vielleicht auch mal wieder Spieler hervorzubringen, die es oben auch schaffen können.
St. Pauli hofft auf Erfolge bei der Verzahnung beider Mannschaften
Davon gab es nicht viele in den letzten Jahren. Genau genommen schafften es Akteure wie Max Marie (Eintracht Braunschweig), Franz Roggow (jetzt Hannover 96), Florian Carstens (Hansa Rostock) oder Christian Viet (MSV Duisburg) erst nach einem Vereinswechsel, sich in höheren Gefilden zu etablieren. Große Talente wie Igor Matanovic (jetzt SC Freiburg) oder Finn Ole Becker (1. FC Nürnberg) gingen aus der U19 direkt in den Profi-Kader.
Entsprechend ist Verzahnung das Zauberwort. Und da kann es kaum bessere Voraussetzungen geben, als wenn die Trainer der Profis und der zweiten Mannschaft dieselbe Sprache sprechen, sich aus dem Effeff kennen und identische Vorstellungen von guten Fußballern haben. Die Basis ist beim FC St. Pauli seit Dienstag gelegt.
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