Neue DFL-Zahlen: So wenig hat St. Pauli für Berater ausgegeben

Hanna Obersteller ist Vizepräsidentin des FC St. Pauli
Sieht den FC St. Pauli finanziell auf einem guten Weg: Vizepräsidentin Hanna Obersteller

Die DFL hat am Donnerstag die Finanzkennzahlen der Klubs veröffentlicht, die in der Saison 2026/27 in der Bundesliga und 2. Bundesliga spielen werden. Dazu zählt naturgemäß auch der FC St. Pauli.

Die Veröffentlichung, erklärte die DFL, umfasse Angaben zu Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Gesamtsumme der gezahlten Vergütungen für Spielervermittler. Das Gros des Zahlenwerks wurde – auch im Fall des FC St. Pauli – bereits im Rahmen der Jahreshauptversammlung bekannt gegeben. Öffentlichkeitswirksam, weil seit jeher heiß diskutiert, ist der Spielervermittler-Aspekt. Und da hebt sich St. Pauli positiv ab von den Vereinen, die in der 1. Liga unterwegs waren.

Hanna Obersteller: „St. Pauli investiert in Zukunftsfähigkeit“

Die 1,4 Millionen Euro, die auf dem Kiez für Beraterhonorare aufgewendet worden waren, sind nach dem 1. FC Heidenheim (1,2 Millionen Euro) mit deutlichem Abstand die geringste Summe aller Erstligisten. Mitabsteiger Wolfsburg ließ sich den Spaß 9,5 Millionen Euro kosten, wahnsinnig anmutende rund 50 Millionen Euro hat der FC Bayern investiert. Auch RB Leipzig (knapp 40 Millionen Euro), der BVB und Stuttgart (beide über 32 Millionen Euro) haben Geld in einer Höhe in diesem Beritt investiert, das andernorts für zwei Saison-Etats reichen würde.

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St. Paulis Vizepräsidentin Hanna Obersteller schränkte gegenüber der MOPO ein, dass Finanzdaten nicht immer die unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen, Geschäftsmodelle und strukturellen Rahmenbedingungen der Klubs zeigten. Dennoch: „Die veröffentlichten Kennzahlen schaffen Transparenz und sind eine wichtige Grundlage für die Bewertung wirtschaftlicher Entwicklungen im Profifußball.“

Genossenschaft als „zentraler Baustein“

Für den Kiezklub im Speziellen gelte weiterhin: „Wir investieren nicht kurzfristig in Effekte, sondern in Stabilität, Infrastruktur und Zukunftsfähigkeit.“ Dazu gehöre beispielsweise der Ausbau des Trainingszentrums an der Kollaustraße, die Weiterentwicklung des Millerntor-Stadions mit dem Umbau des Ballsaals der Haupttribüne. „Oder eine neue Beschallungsanlage und damit Möglichkeiten für neue Einnahmequellen, die den Verein langfristig unabhängiger und belastbarer machen.“

Ein zentraler Baustein sei dabei natürlich die Genossenschaft. „Sie steht für einen eigenen Weg der Finanzierung“, erklärte Oberstaller: „Demokratisch, breit getragen und auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtet.“