FC St. Pauli
Nach WM-Coup: St. Pauli-Legende postet sensationelles Video aus der Heimat
Die DR Kongo sorgte bei der WM für eine Sensation. St. Pauli-Legende Michél Dinzey zeigte seine Freude nach dem Einzug ins Sechzehntelfinale.
Man kann von den Neuheiten und Änderungen bei der Fußball-Weltmeisterschaft halten, was man will. Häufig ist die Kritik rund um die Trinkpausen und das dadurch zerstörte Momentum oder um die horrenden Preise vor Ort berechtigt oder mindestens nachvollziehbar. Von den politischen Umständen mal ganz zu schweigen. Doch bei einer Sache sind sich dann wohl doch alle Fans einig: Die Geschichten, die bei der größten WM jemals von kleinen Fußball-Nationen geschrieben werden, zaubern allen ein Lächeln ins Gesicht, ob Fußball-Romantiker oder Event-Fan. Teil einer solchen Geschichte ist indirekt auch eine Legende des FC St. Pauli, die seine Freude über den WM-Coup seiner Nation nicht versteckt.
Es ist wohl eine der Geschichten dieser historisch großen WM mit 48 Teilnehmerländern. In der deutschen Nacht von Samstag auf Sonntag löste die Demokratische Republik Kongo mit ihrem Sieg über Usbekistan ihr Ticket für das Sechzehntelfinale. Bei der zweiten Teilnahme nach dem Vorrundenaus 1974, damals hieß das Land noch Zaire, steht Kongo nun zum ersten Mal überhaupt in der K.o.-Phase der WM.
DR Kongo sorgt für WM-Sensation
Erst das sensationelle Unentschieden gegen die übermächtigen Portugiesen, dann die unfassbare Aufholjagd im entscheidenden Spiel gegen Usbekistan, die Kongo zum besten Drittplatzierten machte und somit den Einzug ins Sechzehntelfinale sicherte. Ein Erfolg, der mit 32 teilnehmenden Nationen kaum denkbar gewesen wäre.
Während die meisten Deutschen beim Abpfiff gegen 3.30 Uhr deutscher Zeit schliefen, herrschte bei den Kongolesen Ekstase. Mittendrin: St. Pauli-Legende Michél Dinzey. Der gebürtige Berliner, dessen Vater aus der DR Kongo stammt, spielte von 1995 bis 1996 sowie von 2004 bis 2007 beim FC St. Pauli, absolvierte dabei 119 Partien und konnte dabei 32 Torbeteiligungen für sich verzeichnen. Bei St. Paulis Fans genoss er ein hohes Ansehen und wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums 2010 in die „Jahrhundertelf“ gewählt.
Dinzey zeigt seine Freude öffentlich
Dinzey lief 33-mal für die kongolesische Nationalmannschaft auf und war für ein Jahr U20-Nationaltrainer. Entsprechend groß ist seine Verbundenheit mit dem Fußball im Kongo. Wer seine Vorgeschichte nicht kennt, hätte spätestens mit einem Blick auf sein Instagram-Profil gesehen, wie viel ihm der Einzug ins Sechzehntelfinale bedeutet hat. 24 Storys postete er mit Bezug auf das letzte Gruppenspiel der Kongolesen.
Das Highlight: Eine Story von Mitgliedern seiner Familie, allesamt in Trikots der Nationalmannschaft, jubelnd, singend, tanzend, schreiend. Dazu die Worte: „Meine Familie, Stolz und Liebe“ sowie die Nationalflagge Kongos und ein rotes Herz.
Im Sechzehntelfinale trifft Kongo am Mittwochabend um 18 Uhr deutscher Zeit auf England. Dass Kongo nicht als Favorit in dieses Spiel gehen wird, ist wohl allen bewusst. Sicher scheint nur: Egal, wie es nach 90 Minuten und dem – den Trinkpausen geschuldet höher ausfallenden – Nachschlag stehen wird, die kongolesische Nationalmannschaft wird nach dem Turnier voller Stolz in ihre Heimat zurückkehren und hat wieder einmal gezeigt, was für große Emotionen eine Fußball-Weltmeisterschaft hervorrufen kann.
Sie sind bereits M+ Abonnement?