„Hat mich auch genervt“: Wie St. Pauli die Zwangspause genutzt hat
Für passionierte Sportler und solche, die das Ganze beruflich betreiben, gibt es eigentlich kaum etwas Schlimmeres als Zwangspassivität. Also zuschauen zu müssen, wie Kollegen oder Konkurrenz aktiv Einfluss nehmen auf das eigene Wohl und Wehe, sei es aus Verletzungsgründen oder – wie jüngst im Fall des FC St. Pauli – wegen einer Spielabsage. Nur selten läuft das im erträglichen Rahmen ab, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
Es hätte wahrhaftig schlimmer kommen können für den Kiezklub, dessen für den vergangenen Samstag angesetzte Partie gegen RB Leipzig bekanntlich dem Winterwetter zum Opfer gefallen war. Die hinter Braun-Weiß platzierten Mainzer und Heidenheimer waren trotz jeweiliger Führung nicht über ein Remis hinausgekommen, für die in Reichweite rangierenden Klubs aus Augsburg (0:4 in Gladbach), Wolfsburg (1:8 in München) und Stellingen (1:2 in Freiburg) hatte es Niederlagen gesetzt.
St. Pauli dachte über Test gegen Hoffenheim nach
„Ich könnte jetzt wieder sagen: Wir gucken nicht auf die Tabelle“, sagte Alexander Blessin lächelnd zum Thema. „Wenn man verdammt ist zum Zugucken, ist das eine blöde Situation, das hat mich auch genervt.“ Zunächst habe er noch überlegt, ob er sich die anderen Spiele besser nicht anschauen solle, um der Möglichkeit aus dem Weg zu gehen, sich über irgendwas, was er nicht beeinflussen kann, zu ärgern. Er entschied sich dann aber wohl doch anders. „Man kann sagen, es lief okay“, bilanzierte der 52-Jährige, „aber deswegen müssen wir trotzdem unsere Hausaufgaben machen“.
Und das haben sie trotz der Schneemengen und Minusgrade getan. „Wir mussten anderweitig gucken, wie wir die Konzentration hochhalten und eine gewisse Belastung garantieren zu können.“ Kurzzeitig habe es die Überlegung gegeben, ein Testspiel zu organisieren. Mit der TSG Hoffenheim, deren Match in Bremen ebenfalls abgesagt worden war, hatte es auch tatsächlich einen Interessenten gegeben. „Frank Kramer (Nachwuchsdirektor in Hoffenheim, d. Red.) hat mich am Freitagabend angerufen, aber das war einfach zu kurzfristig“, erklärte Blessin.
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Also habe man sich entschlossen, ein internes Spiel durchzuführen. „Der Platz war zwar nicht so gut, aber die Jungs haben alle ihr Pensum abgespult, so dass ich sehr zufrieden war mit der Einheit. Wir haben das Beste draus gemacht, und jetzt gilt der komplette Fokus Wolfsburg.“ Anpfiff gegen den VfL ist für St. Pauli am Mittwoch um 18.30 Uhr.
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