St. Pauli-Profi Connor Metcalfe schaut nachdenklich

Kurzarbeiter: In den vergangenen vier Liga-Spielen wurde Connor Metcalfe spät eingewechselt, zuvor war er wochenlang verletzt. Foto: IMAGO/Maximilian Koch

Nach Kritik von Australien-Trainer: Bedingung für Metcalfe bei St. Pauli

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Eine Länderspielreise und die Heimkehr bedeuten für Connor Metcalfe immer auch einen Rollentausch der süß-sauren Art. Vom Dauerreservisten zum Stammspieler und wieder zurück. In Australiens Nationalmannschaft ist der vielseitige Profi längst eine feste Größe und hat seinen Platz im WM-Kader sicher, beim FC St. Pauli dagegen kommt der 26-Jährige dagegen nur wenig zum Einsatz, was sein Nationaltrainer gerade erst öffentlich bemängelt hat. Fühlt sich der Coach der Kiezkicker angegriffen? Was Alexander Blessin zur Metcalfe-Thematik sagt.

Der Unterschied ist enorm. Beim WM-Vorbereitungs-Turnier der „Socceroos“ im eigenen Land hatte der Linksfuß in beiden Spielen gegen Kamerun (1:0) und Curacao (5:1) in der Startformation gestanden und 65 sowie 45 Minuten gespielt. In den letzten zehn Länderspielen seiner Nationalmannschaft seit Juni 2025 gehörte er zur ersten Elf. Bei St. Pauli wurde Metcalfe in den vergangenen vier Liga-Partien jeweils in der Schlussphase eingewechselt.

Connor Metcalfe: erst einmal Startelf in dieser Saison

Sein letzter Startelf-Einsatz für Braun-Weiß – im Auswärtsspiel beim SC Freiburg (1:2) – liegt fast fünf Monate zurück. Der Assist vor dem Treffer der Gäste ging auf sein Konto. Es war auch sein bislang einziges Spiel von Beginn an in dieser Bundesligasaison, in der er auf insgesamt 18 Einsätze kommt (296 Minuten), die meistens kurz waren (14 Mal 20 Minuten oder weniger, davon achtmal weniger als zehn Minuten der regulären Spielzeit). Auch in der Vorsaison hatte es der Mann aus Melbourne nur auf drei Startelf-Einsätze gebracht.

Unbefriedigend. Auf das Missverhältnis bei Metcalfes Spielzeit und Rolle im Nationalteam und im Verein angesprochen nennt Blessin als Hauptgrund die Verletzungsproblematik, die seinen Spieler immer wieder ausgebremst habe.

Blessin: Metcalfe „sehr oft dran“, aber „sehr viel verletzt“

„Letztes Jahr, wie auch jetzt in der Rückrunde, war er einfach sehr viel verletzt“, so der Coach. „Er war sehr oft dran und in den Momenten, wo wir gesagt haben, jetzt kriegt er die Chance, hat er sich dann mit seinem Knie verletzt.“ Und die ersten acht Spiele des Jahres verpasst, bevor er Ende Februar in Hoffenheim (1:0) sein Comeback gegeben hatte und bis zur Länderspielpause drei weitere Einwechslungen folgten. Zu mehr hat es auch deshalb nicht gereicht, weil es andere Spieler „gut gemacht“ hätten.

Australiens Nationaltrainer Tony Popovich hatte die Nebenrolle und geringe Spielzeit von Metcalfe bei St. Pauli zuletzt beklagt (MOPO berichtete) „Wir haben noch nie das Beste von Connor gesehen. Er tut mir leid, weil ich ihn immer wieder spielen lasse, er aber jedes Mal ohne Spielminuten zu uns kommt“, so Popovic nach dem Kamerun-Spiel. „Und er macht trotzdem einen guten Job. Ich kann nur erahnen, wie gut er wäre, wenn er regelmäßig 20 oder mehr Spiele hätte.“

Blessin reagiert auf Kritik von Australien-Trainer Popovich

Angegriffen fühlt sich Blessin durch die Worte von Popovic nicht, er zeigt vielmehr Verständnis für dessen Position in der Causa Metcalfe. „Ich freue mich wahnsinnig, wenn der Trainer auch Partei für ihn ergreift, um ihn zu pushen. Er ist ja ein wichtiger Spieler für die Nationalmannschaft, der auch immer seine Leistungen bringt.“

Eine größere Rolle als zuletzt sei auch bei St. Pauli möglich, betont Blessin und knüpft das an eine Bedingung: „Wenn er dementsprechend auch verletzungsfrei bleibt, dann wird er die Spielminuten bekommen.“

Metcalfe hofft vor der WM auf mehr Einsatzzeit

Mit der in Aussicht gestellten Chance ist auch ein Auftrag an den 34-maligen Nationalspieler verbunden. „Gas geben, versuchen, jede Spielminute zu nutzen“, fordert Blessin. „Dann kann ich mir auch schon vorstellen, dass er, wenn er fit durch die nächsten Wochen kommt, auch wirklich mehr Einsatzzeiten bekommt.“

Metcalfe möchte mit möglichst viel Wettkampfpraxis und in guter Form ins WM-Vorbereitungs-Camp der Australier reisen. Andererseits muss er nicht um seine Platz im WM-Kader fürchten, sollte er bei St. Pauli bis Saisonende von der Bank kommen, was anderenfalls Zündstoff wäre und zu Konflikten führen könnte.

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