„Muss mit ihm reden“: Müder Irvine scherzt wegen Nicht-Wechsel – Hamann schwärmt
Es war eines dieser Spiele, die den Fußball dann auch zu etwas Besonderem machen. Mit dem letzten Aufgebot und einem fast schon übermenschlichem Willen hatte der FC St. Pauli die Überflieger vom VfB Stuttgart mit 2:1 geschlagen, allein das war schon eine bemerkenswerte Nummer. Dass Coach Alexander Blessin aus einer komplett funktionierenden Mannschaft dennoch einen hervorhob, hatte Gründe – und es war so was von nachvollziehbar.
Man litt von der Tribüne aus mit dem Mann, dem anzusehen war, dass er Schmerzen hatte. Wenn Jackson Irvine nicht gerade laufend unterwegs war, humpelte er mehr, denn dass er ging, über den Platz, aber er war dennoch völlig unverzichtbar. „Vielleicht war es das härteste Spiel meines Lebens“, sagt der Australier, der trotz seiner nach wie vor existenten Verletzung am operierten Fuß insgesamt die komplette Distanz von 96 Minuten durchgehalten hatte.
Irvine ließ sich in der Pause behandeln
„Er ist ein Krieger, solche Spieler willst du auf dem Platz haben“, hatte Sky-Experte Didi Hamann den Kiezklub-Kapitän nach der Partie gelobt, und Blessin legte diesbezüglich gar noch nach. „In der Halbzeit war er erst gar nicht in der Kabine, weil er sich behandeln ließ“, erläuterte der Trainer. Man habe dann vereinbart, dass es noch zehn Minuten, eine Viertelstunde vielleicht mit Irvine auf dem Platz weitergehen soll, „damit wir die Struktur beibehalten“.
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Das klappte vorzüglich, das mit der angedachten Auswechslung dagegen nicht. „Da muss ich nochmal mit ihm reden“, scherzte Irvine später und erklärte: „Jeder, der mich kennt, weiß: Solange meine Nummer nicht an der Seitenlinie aufleuchtet, werde ich nicht vom Platz gehen.“ Eine Einstellung, die auch den Kollegen nicht entgangen war. „Jackson ist unser Kapitän“, meinte Adam Dzwigala. „Er hat gezeigt, wie wichtig er für uns ist, und einen sehr guten Charakter.“
Blessin sorgt sich um seinen Kapitän
Schmerzmittel nimmt der 32-Jährige übrigens keine, dafür in den kommenden Tagen eine Auszeit. „Ich möchte bis Donnerstag keinen Trainingsplatz sehen“, sagte er in der Presserunde nach der Partie und lachte. „Da könnt ihr mich gern zitieren.“ Sein Trainer hofft derweil, dass der ungeplant lange Einsatz keine Langzeitfolgen haben wird. „Das Risiko, dass sich seine Verletzung verschlimmert, ist verschwindend gering“, erklärte er. „Aber ich hoffe, dass die Schmerzen jetzt nicht so stark werden, dass er wieder eine längere Auszeit braucht.“
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