St. Paulis Kapitän Jackson Irvine mit Mütze

St. Paulis Kapitän Jackson Irvine bleibt in näherer Zukunft erneut nur die Zuschauerrolle. Foto: WITTERS

Muss Irvine wieder unters Messer? St. Pauli-Trainer Blessin gibt ein Update

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„Gar nicht“, antwortete Alexander Blessin auf die Frage, wie er nach der bitteren 1:2-Niederlage in Wolfsburg am Mittwochabend geschlafen habe. „Vielleicht eine Stunde, oder so.“ Jedenfalls sah der Trainer des FC St. Pauli ziemlich müde aus am Morgen danach, als er auf der Pressekonferenz zum nächsten Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Samstag Rede und Antwort stand. „Aber ich will nicht rumheulen.“ Grund zur Klage hätte der Coach, denn die Personallage ist vor dem offiziellen Rückrundenstart prekär. Im Falle Jackson Irvine droht die nächste schlechte Nachricht. Für die im Klassenkampf unter Druck stehenden Kiezkicker wäre es eine echte Hiobsbotschaft.

Der Ausfall des Kapitäns, der erneut eine knöcherne Stressreaktion im im April operierten linken Knöchel erlitten hat, könnte sich auf unbestimmte Zeit verlängern, aber endgültig zu einem langfristigen Aus werden. Dann nämlich, wenn eine konservative Behandlung der Verletzung nicht ausreicht, sondern ein weiterer Eingriff nötig wird.

Alexander Blessin spricht über mögliche OP bei Irvine

Muss Irvine schon wieder unters Messer? Genau darüber wird intern derzeit beraten. „Das wird sich in der nächsten Woche oder den nächsten zehn Tagen herausstellen“, sagte Blessin und bestätigte damit, dass eine zweite OP eine Möglichkeit, beziehungsweise ein drohendes Szenario ist. „Fast täglich“ werden MRT-Aufnahmen vom lädierten Knöchel des australischen Nationalspielers gemacht, berichtete der Trainer, und es werden Gespräche „mit dem Operateur“ geführt. Eine Einordnung, Beurteilung oder Prognose wolle er nicht vornehmen, denn „das ist schwierig für mich als Außenstehenden“.

Jackson Irvine wird dem FC St. Pauli auf unbestimmte Zeit fehlen. WITTERS
Jackson Irvine sieht enttäuscht aus
Jackson Irvine wird dem FC St. Pauli auf unbestimmte Zeit fehlen.

Die Sache ist ernst. Sehr ernst. Allein die Tatsache, dass eine Operation eine realistische Option ist, zeigt, wie gravierend der Rückschlag bei Irvine ist. Bei der Erstverletzung hatte es nach dem Eingriff ein halbes Jahr bis zu seinem Comeback gedauert. Eine erneute OP wäre wohl gleichbedeutend mit dem Saison-Aus.

Sinani fällt bis zum Derby aus, „Hoffnung“ bei Metcalfe

Zu allem Überfluss fallen auch kurzfristige Ersatzkandidaten für Irvines Position im zentralen Mittelfeld aus. Danel Sinani ist nach wie vor angeschlagen und wird „eher in Richtung HSV“ wieder fit, wie Blessin sagt, also zum Derby am 23. Januar. Bei Connor Metcalfe, der in Wolfsburg aufgrund von nicht spezifizierten Knieproblemen gefehlt hatte, habe er „Hoffnung“ auf eine Rückkehr, aber ob das schon gegen Dortmund der Fall sein kann, erscheint aufgrund der Kürze der Zeit fraglich und das Risiko bei einem Einsatz zu groß.

Beim Spiel in Wolfsburg hatte Blessin auf den Ausfall von Irvine reagiert, indem er Abwehrchef Eric Smith ins defensive Mittelfeld vorgezogen hatte. Eine gute Übergangslösung, aber die sehr laufintensive Position mit vielen Zweikämpfen, Kopfballduellen und schnellen Richtungswechseln im höchsten Tempo ist Smith nicht auf den Leib geschneidert.

Rückt Smith gegen Dortmund wieder ins Abwehrzentrum?

„Auf der Sechser-Position ist es anders für ihn. Er muss adaptieren, viele Läufe machen.“ In einer englischen Woche sei das zusätzlich belastend. Gut möglich, dass Blessin den Schweden gegen Dortmund wieder in die Abwehrzentrale beordert, um ihn nicht zu überlasten. Wer den dann wieder freien Platz im Mittelfeld übernimmt, ist noch unklar. Sollte Metcalfe weiterhin nicht zur Verfügung stehen, könnte Mathias Pereira Lage etwas defensiver als gewohnt auflaufen. Aber auch das wäre eine Notlösung.

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