St. Pauli-Trainer Alexander Blessin im Spiel gegen Köln

St. Pauli-Trainer Alexander Blessin geht mit seinem Klub in die Crunchtime der Saison. Foto: WITTERS

„Müssen auch nach unten gucken“: St. Paulis Doppel-Strategie im Klassenkampf

kommentar icon
arrow down

Das Beste, was man über das Remis des FC St. Pauli gegen Köln sagen kann: Die Leistung stimmte. Die Kiezkicker haben die 0:5-Klatsche gegen Bayern München gut weggesteckt, keinen Knacks abbekommen, sondern sich berappelt und eine Performance auf den Rasen des Millerntor-Stadions gebracht, die einen Sieg verdient gehabt hätte.

Chance verpasst. Nicht nur die ungeliebte Relegation rückt durch das 1:1 näher. St. Pauli muss in der entscheidenden Phase des Klassenkampfes und mit nur noch vier Spielen in der regulären Saison auf alles gefasst sein und den Blick verändern.

St. Pauli verpasst mit Sieg gegen Köln den Anschluss

Zum sechsten Mal nacheinander wird St. Pauli den Spieltag auf Platz 16 beenden. Nimmt man allein das Liga-Ranking als Maßstab, dann geht es für die Braun-Weißen seit Wochen nicht vor und nicht zurück. Das ist gut und schlecht zugleich, denn sie haben aus den vergangenen fünf Spielen lediglich zwei Zähler geholt mit den Unentschieden gegen Köln (1:1) und Berlin (1:1). Trotz der vergleichsweise sehr bescheidenen Ausbeute nicht auf einen direkten Abstiegsplatz gefallen zu sein: grundsätzlich positiv.


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Mensch Udo: Kurz vor Lindenbergs 80. Geburtstag zelebrieren wir die Hamburger Legende
  • Er lief ins Marathon-Ziel – dann blieb sein Herz stehen: Wie Hendrik Schmidt (34) gerettet wurde
  • Hafensause: Die Highlights des Großevents
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
  • 16 Seiten Sport: Die Ziele nach der HSV-Rettung & St. Paulis harmloser Angriff
  • 28 Seiten Plan 7: Wie „Deine Freunde“ alle begeistern & Ausgeh-Tipps für jeden Tag

Allerdings hat es die Mannschaft auch verpasst, sich mit möglichen Siegen oder Punktgewinnen weiter nach oben zu arbeiten. Weder gegen Köln noch gegen Union hatte St. Pauli eine 1:0-Führung über die Zeit ins Ziel bringen können. Macht vier potenzielle Zähler. Auch beim unglücklichen 1:2 gegen Freiburg war ein Remis und damit ein Punkt drin. Insgesamt waren vier bis fünf Zähler mehr als die aktuell 26 Punkte im Bereich des durchaus Möglichen. Damit sähe die Ausgangslage anders aus, besser.

Wolfsburg rückt heran, Werder zieht nach Derbysieg davon

„Natürlich ist es ärgerlich, weil es zu wenig ist“, redete Trainer Alexander Blessin nach der verpassten Chance gegen Köln nicht drumherum. „Mit den drei Punkten hätten wir wieder alles schön beieinander gehabt.“ Wäre St. Pauli aufgerückt und hätte auch den Puffer nach unten gewahrt. So aber rückte Wolfsburg am Samstag durch den glücklichen 2:1-Sieg bei Union Berlin bis auf zwei Punkte heran an St. Pauli. Und auch der 3:1-Sieg des SV Werder Bremen gegen den in der braun-weißen Fanszene nicht wahnsinnig beliebten HSV hat nicht ausschließlich positive Konsequenzen. Werder war zuvor das Team, dem St. Pauli tabellarisch am nächsten war, ist nun aber auf Punkte enteilt und hat genauso viele Zähler wie der HSV.

Der direkte Klassenerhalt bleibt das erklärte Ziel, aber die Relegation gilt es mindestens zu sichern, was auch schon eine herausfordernde Aufgabe ist. „Wir müssen auch nach unten gucken“, betont Blessin deshalb. „In beide Richtungen. Wir müssen nach oben schauen und wollen sicherlich nicht den Relegationsplatz am Ende haben, aber auch nach unten. Heidenheim und Wolfsburg scharren mit den Hufen. Die warten auf Ausrutscher.“

St. Pauli-Trainer Blessin: „Jeder Punkt ist gut“

Köln war kein Ausrutscher, aber auch kein echtes Erfolgserlebnis. „Trotzdem ist auch jeder Punkt gut“, wirft der Coach ganz bewusst einen positiven Blick auf die Dinge, weil dies seine Art sei.

Mit meiner Anmeldung stimme
ich der Werbevereinbarung zu.

Es gilt, Wolfsburg so lange und so weit wie möglich auf Distanz zu halten und erst einmal Platz 16 zu verteidigen – natürlich vor dem Hintergrund, dass der VfL am letzten Spieltag am Millerntor gastiert. Nicht mehr weit entfernt, aber dennoch Zukunftsmusik.

Jetzt muss St. Pauli erst einmal nach Heidenheim reisen, zum nächsten heißen Keller-Duell, das am kommenden Samstag an der Brenz steigt. Die Gefahr, dass der kommende Gegner St. Pauli noch überholen könnte, ist seit diesem Sonntag quasi gebannt. Nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg liegt der FCH sieben Punkte hinter St. Pauli.

Das könnte Sie auch interessieren: Liebe, Leiden und der Kampf um eine gewisse Lotta: St. Paulis Beziehungen zu Köln

Es ist nicht egal, sondern relevant und von hoher Wichtigkeit für St. Pauli, was in der sogenannten „Crunchtime“ der Saison auf den anderen Plätzen passiert, aber maßgeblich für alles andere ist immer noch die eigene Leistung, und auf die „können wir aufbauen“, wie Blessin nach dem Spiel gegen Köln gleich mehrfach betonte. „Und wenn wir die wieder so abrufen, dann holen wir auch was in Heidenheim.“

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test