Mit oder ohne Blessin in die 2. Liga? St. Pauli sendet Zeichen

St. Pauli-Trainer Alexander Blessin nachdenklich neben Andreas Bornemann
Alexander Blessin (r.) könnte durchaus auch in der kommenden Saison zusammen mit Sportchef Andreas Bornemann für St. Pauli arbeiten.

Es gab keine hundertprozentig abgesicherte Botschaft, Zeichen aber sandte der FC St. Pauli dann doch relativ deutliche in Bezug auf die Zukunft von Trainer Alexander Blessin. Dies war das wichtigste Thema der Medienrunde, zu der der Verein am Montagmittag – keine 48 Stunden nach dem feststehenden Bundesliga-Abstieg – geladen hatte.

„Sonst würde ich nicht hier sitzen“, antwortete Blessin auf die Frage, ob er sich einen (vertraglich sowieso abgesicherten) Verbleib auf dem Kiez vorstellen könne. Generell sei jetzt „eine Aufarbeitung erstmal wichtig. Auch Zeit zu haben, zu reflektieren, was als Trainer immer extrem wichtig ist“. Und in den Austausch zu gehen, Selbstkritik zu üben, „sich auch mal Sachen an den Kopf zu werfen“.

St. Pauli-Coach Blessin: „Deswegen sitze ich hier“

Danach aber ginge es darum, Punkte zu finden, von denen man glaubt, wo man ansetzen müsse, um sie künftig besser zu machen. „St. Pauli ist ein wirklich großer Klub, ein Klub, der so viel Liebe in sich trägt“, sagte der 52-Jährige. Für die Fans täte ihm der Abstieg sehr leid. „Aber daran zu arbeiten, das wieder gut zu machen, ist auf jeden Fall eine Option. Deswegen sitze ich hier.“ Es dürfe – bei aller nachvollziehbaren Trauer, allem Ärger über den vermeidbaren Abstieg – „keine Untergangsstimmung entstehen, keine Lethargie. Es geht weiter. Und es ist wichtig, dass wir da sehr schnell Klarheit haben“.

St. Pauli-Trainer Alexander Blessin wird von seiner Familie getröstet
Nach dem Wolfsburg-Spiel wurde ein sichtlich mitgenommener Alexander Blessin von seiner Familie getröstet.

Boss Oke Göttlich sagt unter Vorbehalt ja

Auf das Anliegen von Sky-Reporter Sven Töllner, ob er denn die Nachricht „Blessin bleibt“ vermelden dürfe, antwortete Präsident Oke Göttlich zunächst: „Unter Gremien-Vorbehalt ja“. Dann ergänzte er in Richtung der versammelten Journaille: „Wir entlassen euch genauso, wie ihr reingekommen seid.“ Man werde miteinander sprechen, „welches die Themen sind, die zu 26 Punkten geführt haben. 26 Punkte sind zu wenig. Punkt. Aus. Ende.“

Das könnte Sie auch interessieren: Setzt St. Pauli voll auf Voll?

„Wir sitzen hier gemeinsam, weil wir Arbeit zu tun haben“, fuhr Göttlich fort. „Und unsere Arbeit ist, den FC St. Pauli weiter auf dem Weg der letzten Jahre mit dem Fokus und der Ambition auf sportlichen Erfolg weiterzuentwickeln. Und das tun wir drei inklusive der Gremien in einer stabilen Arbeit miteinander.“ Mit einer geraden Idee, mit einer geraden Kommunikation. „Und die gerade Kommunikation ist: Wir Drei sitzen hier, übernehmen Verantwortung und entwickeln diesen Verein weiter, um sportlichen Erfolg zu haben. Weil die zwei Jahre in der 1. Liga waren geil. Und wir hätten nichts dagegen, da wieder hinzukommen.“

St. Pauli-Sportchef Bornemann: „Geht nur mit 100 Prozent“

Es gehe darum, alles sauber aufzuarbeiten, merkte Blessin an. „Dieser Verein braucht einen Trainer, der sagt: Hey, wir rocken das Ding! Darum geht es. Wir müssen genauso brennen wie das Millerntor. Da musst du komplett dabei sein. Mit allen Sinnen.“ Dieser Meinung ist auch Sportchef Andreas Bornemann. „Ich habe heute Morgen schon zu Alex gesagt: Es geht nur mit 100 Prozent Überzeugung. Nur mit 100 Prozent, dass wir es gemeinsam gedreht kriegen, dass wir die Energie, die Power entwickeln können, um sie in die Mannschaft zu investieren.“ Nur dann sei es möglich, wieder was in Gang zu bekommen.

St. Pauli will Klarheit in spätestens zwei, drei Tagen

Die Medienrunde am Montag, am Dienstag ein interner Termin, „und dann ist für mich Beginn der neuen Spielzeit“. Darum müsse allerspätestens in zwei, drei Tagen „alles klar sein. Aber für mich ist alles klar, solange ich nichts anderes sage. So haben wir auch die Gespräche geführt“. Es sei aber auch keinem damit geholfen, wenn jemand sage, er könne nur 80 oder 90 Prozent aufbringen. „Es müssen 100 Prozent sein. Und das möglichst schnell.“

Alexander Blessin muss eine Entscheidung treffen

Alexander Blessin ist also nochmals gefordert, eine Entscheidung zu treffen. Die Frage, ob er sich auch für die kommende Serie in der Startformation beim FC St. Pauli aufstellt, kann und muss nur er beantworten.