Der Rasen im Millerntorstadion mwird mit speziellem Licht bestrahlt

Der Rasen im Millerntor wird täglich bestrahlt, um die Platzqualität zu gewährleisten. Foto: Nils Weber/MOPO

Schnee, Frost, Goldlicht: Sorgen um den Derby-Rasen? Was St. Pauli sagt

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Das Winterwetter ist eine Herausforderung. Auf die Schneemassen folgten deutliche Plus-Grade, die für eine rasante Schmelze und neue Probleme sorgten. In dieser Woche gibt es Sonne, aber auch knackigen Frost. Die Temperaturen fallen deutlich unter Null. Am Freitag, dem Tag des Derbys, sind für den Abend Minus sieben Grad vorhergesagt. Bibber-Spiel am Millerntor! Was bedeutet das für die Platzverhältnisse? Wird das Duell der Rivalen zur Rutschpartie oder gar ein Matsch-Match? Die MOPO hat beim FC St. Pauli nachgehakt. Wie der Kiezklub den Derby-Rasen bestmöglich in Schuss bringen will, warum das Nachholspiel gegen Leipzig einen Extra-Einsatz erfordert und welche Rolle ein spezielles Licht spielt.

Das Wichtigste vorab: Nachdem sowohl St. Pauli als auch der Stadtrivale ihre ersten Liga-Heimspiele des Jahres aufgrund von witterungsbedingten Risiken hatten kurzfristig absagen müssen, ist die Austragung des direkten Duells nicht gefährdet.

Aber wie wird es um die Qualität des Spielfeldes am Freitagabend bestellt sein? Die Schneemassen in Hamburg sind längst weggetaut und der Platz hat eine leistungsstarke Rasenheizung, aber die Feuchtigkeit des Bodens ist eine Herausforderung, auch in Verbindung mit Minusgraden.

St. Pauli gegen HSV: Wie wird der Rasen am Millerntor sein?

„Die extremen witterungsbedingten Einflüsse durch Schnee und Eis haben die Pflegearbeiten zuletzt um etwa zwei Wochen zurückgeworfen“, teilt der Verein gegenüber der MOPO mit. Was die Qualität der Spielfläche angeht, gibt St. Pauli Entwarnung: „Diese Verzögerung hat jedoch keine relevante Auswirkung auf die anstehenden Spiele. Mit Blick auf das Derby gilt: Unter normalen winterlichen Bedingungen wird der Rasen in einem sehr guten Zustand sein.“

Mehrere Stunden täglich wird der im Sommer neu verlegte Hybrid-Rasen (Kostenpunkt: 750.000 Euro) bestrahlt. Nicht nur vor dem Derby, sondern generell in der dunklen Jahreszeit. Aber derzeit ist die Maßnahme besonders wichtig und entscheidend. Das auffällig goldgelbe Licht aus den Strahlern, die an meterlangen fahrbaren Gerüsten montiert sind, die langsam über den Rasen rollen, versorgt das Grün mit Licht und Wärme, im Fachjargon eine photosynthetisch aktive Strahlung, die das Wachstum anregt und damit auch die Regeneration der belasteten Spielfläche. Vereinfacht gesagt: eine Sonnen-Simulation.

Kiezklub nutzt künstliches Beleuchtungssystem

St. Pauli nutzt wie die meisten Bundesligisten und auch unzählige europäische Klubs das ausgeklügelte Beleuchtungssystem der niederländischen Firma Stadium Grow Lighting (SGL). Das auf jedes Stadion individuell abgestimmte System beinhaltet auch Sensoren im Boden, die neben dem natürlichen und künstlichen Lichteinfall auch Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt messen. Aus den Daten ergeben sich Pflegehinweise, die die Platzwarte umsetzen.

Vor dem Testspiel zwischen St. Pauli und Werder Bremen musste erstmal das Millerntor freigeschippt werden. WITTERS
Schneechaos am Millerntor
Vor dem Testspiel zwischen St. Pauli und Werder Bremen musste erstmal das Millerntor freigeschippt werden.

Die Wettervorhersage für die Derbywoche sorgt für Zuversicht beim Gastgeber. „Einschränkungen wären lediglich bei extremen Wetterlagen wie anhaltendem Schneefall oder starkem Frost im Bereich von minus zehn Grad zu erwarten. Diese sind derzeit aber nicht absehbar“, teilt der Verein der MOPO mit.

Greenkeeper direkt nach dem Derby im Einsatz: für Leipzig

Allerdings wird der Stadion-Rasen einer Doppelbelastung unterzogen, denn nur vier Tage nach dem Derby steigt das Nachholspiel gegen RB Leipzig, das ursprünglich am 10. Januar hatte stattfinden sollen, aber aufgrund des starken Schneefalls und daraus resultierender Probleme abgesagt worden war. „Für die Partie gegen Leipzig wird der Rasen voraussichtlich ebenfalls einen guten Zustand erreichen. Bereits am Sonnabend wird das gesamte Greenkeeping-Team wieder im Stadion im Einsatz sein, um die finalen Vorbereitungen zu treffen.“

Der FC St. Pauli hat sich in den vergangenen Jahren mit hervorragenden Platzverhältnissen am Millerntor einen Namen gemacht, wurde für die Saison 2022/23 von der DFL für den „Pitch of the year“ in Liga zwei ausgezeichnet, den besten Stadionrasen, und landete im Folgejahr auf Rang zwei.

St. Pauli: seit vielen Jahren „kein schlechter Rasen“ mehr

„In den vergangenen Jahren hat der FC St. Pauli zu keinem Zeitpunkt mehr einen schlechten Rasen präsentiert“, betont der Verein gegenüber der MOPO. „Gleichwohl gehört es zum Selbstverständnis des Berufs, kontinuierlich kritisch auf den Zustand des Spielfelds zu blicken, um Potenzial für Optimierung zu prüfen.“ Der Derby-Rasen ist in guten Händen.

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