FC St. Pauli

Millionen-Hoffnung und ein Auftrag: Einen St. Pauli-Profi muss Rapp unbedingt in die Spur bringen

Andreas Bornemann und Marcel Rapp stehen vor einer Sponsorenwand bei der Trainerpräsentation des FC St. Pauli.
Neues St. Pauli-Tandem: Der langjährige Sportchef Andreas Bornemann (l.) und der neue Cheftrainer Marcel Rapp.

Nach dem Abstieg soll Rekordeinkauf Martijn Kaars unter Trainer Marcel Rapp endlich liefern. Erneut wird der Stürmer zum Hoffnungsträger.

Der braun-weiße Blick geht nach vorn und die Planungen des FC St. Pauli sind voll auf den Neustart in Liga zwei unter der Regie von Trainer Marcel Rapp ausgerichtet. Doch der Abstieg wirkt noch nach und der ein oder andere Spieler hat mächtig zu knabbern an der von Enttäuschungen geprägten Saison, die auch am Selbstverständnis und Selbstvertrauen gekratzt hat. Es gibt einiges zu reparieren. Eine Personalie hat dabei Priorität.

Es gibt einige Spieler in den Reihen der „Boys in Brown“, die sich einen frischen Start wünschen und darauf hoffen, dass es nach dem Trainerwechsel und in der neuen Liga anders für sie läuft, besser. Daran hat nicht zuletzt auch der Verein ein Interesse.

Ein Name steht auf der Liste dieser Spieler, auf die das alles zutrifft, ganz oben: Martijn Kaars. Ein großer Hoffnungsträger. Erneut. Aber im zweiten Anlauf soll sich die Hoffnung endlich erfüllen.

Wird Kaars mit Verspätung zum erhofften Kiez-Knipser?

Der Stürmer blickt auf eine „enttäuschende“ Saison zurück und damit meinte er nach dem letzten Spiel gegen Wolfsburg auch sein persönliches erstes Jahr in der Bundesliga. Drei Tore und ein Assist waren ihm in 29 Einsätzen gelungen. In drei DFB-Pokalspielen waren es ein Treffer und eine Vorlage.

Dass diese Zahlen auch seinen Klub und die Fans enttäuschten, liegt daran, dass St. Pauli im Spätsommer mehr als vier Millionen Euro Ablöse für den niederländischen Angreifer an Zweitligist 1. FC Magdeburg gezahlt hat, was ihn zum Rekordeinkauf in der Vereinsgeschichte machte.

Erstaunlich war, was der 27-Jährige nach dem Saisonfinale gesagt hatte und in der allgemeinen Abstiegs-Tristesse untergegangen war. „Ich glaube, ich habe zu wenig gespielt“, hatte Kaars (14-mal Startelf, zehn Spiele mit 25 Minuten Einsatzzeit oder weniger) gesagt. Und: „Ich habe so viele Tore gemacht, wie ich kann.“ Das konnte man als Kritik an Trainer Alexander Blessin und auch dessen Art, die Mannschaft Fußball spielen zu lassen, verstehen.

Für Kaars ist das Blessin-Aus ein gutes Signal

Blessin ist weg. Für Kaars ein gutes Signal. Nachfolger Rapp steht für aktiven und ballbesitzorientierten Fußball. In Liga zwei wird St. Pauli wieder offensiver spielen können und auch müssen und der Coach steht für einen offensiven Spielstil, bei dem im Vordergrund stehe, „so einfach wie möglich nach vorne kommen und es die Spieler so einfach wie möglich haben, Tore zu schießen“, hatte Rapp bei seiner offiziellen Vorstellung umrissen.

Es ist jedenfalls einer der wichtigsten Aufträge für den neuen Trainer, den Stürmer wieder in die Spur zu bringen und in eine Rolle, in der er seine Stärken besser ausspielen kann als in der Bundesliga, in der sich der 1,83 Meter große Rechtsfuß schwergetan hatte und zu selten in Abschlussposition gekommen oder gebracht worden war. St. Pauli kann es sich schlicht nicht leisten, angesichts der immensen finanziellen Mittel, die für ihn aufgewendet wurden, dass der Mittelstürmer weiterhin nur eine Nebenrolle spielt.

Die Hoffnung ist groß, dass Kaars künftig einer der Leistungsträger sein wird, bestenfalls ein Topspieler. Grundlage für dieses Szenario ist seine bislang letzte Saison in Liga zwei. Im Magdeburg-Trikot hatte er im Jahr vor seinem Wechsel zu St. Pauli 19 Tore erzielt und sechs Treffer vorbereitet. Und in der Saison davor hatte der frühere U19-Nationalspieler im Trikot von Helmond Sport in der zweiten Liga seines Heimatlandes in 38 Spielen 21 Buden gemacht.

Sein großes Ziel, sich in der Bundesliga durchzusetzen, hat Kaars im ersten Anlauf nicht erreicht. Um dafür nochmal eine zweite Chance zu bekommen, ist es unerlässlich, in Liga zwei ein zweites Mal voll durchzustarten. Man kann davon ausgehen, dass St. Pauli und der neue Trainer alles dafür tun werden, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kaars wieder ein Knipser wird. Toreschießen muss er selbst.

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