„Manchmal zweifeln Spieler“: Jetzt kann St. Paulis Tor-Held wieder scherzen
An den fachlichen Fähigkeiten von Alexander Blessin hatte es beim FC St. Pauli auch in der schlimmen Durststrecke der Hinrunde nie irgendeinen Zweifel gegeben. Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der 52-Jährige seinen Job ganz hervorragend zu machen in der Lage ist, dann bot ihn der Samstag mit dem sensationellen 1:0-Erfolg in Hoffenheim.
Blessin hatte sich etwas einfallen lassen, in Martijn Kaars den zuletzt immer nominierten Stürmer auf die Bank beordert und stattdessen Mathias Pereira Lage aufgestellt. Den Mann, von dem er erst vor wenigen Tagen betont hatte, wie wichtig er fürs Team sei, gleichwohl dessen Spielweise eher unauffällig ist. „Mathias ist einer, der ständig unterwegs ist gegen den Ball, der aber auch Tiefenläufe anbietet. Er könnte ein Schlüssel zum Erfolg sein“, hatte Blessin vor dem Anpfiff der Partie beim Tabellendritten gesagt. Das, was dann kam, sollte den Trainer in allem bestätigen.
Mathias Pereira Lage: erstes Bundesliga-Tor für St. Pauli
Und fragt man nach bei Pereira Lage, dann kann es in Sachen Lieblingsgegner nur eine Antwort geben. Sein bis zum Samstag einziges Pflichtspieltor für St. Pauli hatte der Franzose im Pokalspiel gegen die TSG erzielt, es war der 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit der Verlängerung. Von daher gab es einige Parallelen zu seinem ersten Bundesliga-Treffer: Wieder lief bereits die Nachspielzeit, diesmal der ersten Hälfte, wieder hieß der Kontrahent Hoffenheim.
„Ich habe etwas herumgealbert und aus Spaß gesagt: Wir könnten ja jede Woche gegen sie spielen“, erklärte der 29-Jährige lachend. „Aber nein, ich fokussiere mich auf mich selbst und ich muss mit diesem Selbstvertrauen weitermachen, um mehr Tore zu schießen.“
St. Pauli-Verteidiger Manolis Saliakas mit super Vorarbeit
Wobei er sich nach eigenen Angaben nur 20 Prozent gutschreibt am Treffer im Kraichgau. „Manos gehören 80 Prozent des Tores“, lobte Pereira Lage Flankengeber Manolis Saliakas. „Ich kenne die Flankenqualität von Manos. Um ehrlich zu sein, muss ich den Ball dann nur noch berühren.“ Nichtsdestoweniger fühle sich das alles natürlich gut an. „Ich habe mein erstes Bundesligator erzielt. Ich bin glücklich für das Team, weil wir es verdient haben. Und es war ein guter Zeitpunkt, um mit dem Treffen anzufangen.“
Das könnte Sie auch interessieren: „Das pure Überleben“ von St. Pauli gegen Hoffenheim
Zumal er dann zugab, dass die persönliche Erfolglosigkeit keineswegs spurlos an ihm vorübergegangen sei. „Manchmal zweifeln Spieler an sich, wir sind ja keine Roboter. Solche Momente brauchen wir auch, um dieses gute Gefühl im Kopf zu haben.“ Darauf habe er lange warten müssen, „aber jetzt“, freute er sich, „bin ich glücklich, dass es geklappt hat“.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.