St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine (r.) im Zweikampf mit Frankfurts Ritsu Doan.

Gab wie gewohnt alles: St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine, hier im Zweikampf mit Frankfurts Ritsu Doan.´ Foto: imago/Philipp Szyza

Selbstkritik: St. Pauli-Kapitän Irvine (33) spürt, „dass ich der Älteste bin“

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Einen Dreier als nachträgliches Geburtstagsgeschenk gab es für Jackson Irvine (33) und seine Mannschaft beim torlosen Remis (0:0) gegen die Eintracht aus Frankfurt nicht. Doch auch ein Punkt „wird uns helfen“, attestierte Coach Alexander Blessin nach dem Spiel. Während auch St. Pauli-Kapitän Irvine mit dem „verdienten“ Punkt und Spiel seiner Mannschaft gut leben kann, sieht der Australier seine eigene Performance (MOPO-Note 3,5) hingegen durchaus kritisch. Und erklärt auch, woran er merkt, dass er der älteste Spieler in der Kabine ist.

„Ich war schrecklich heute. Müll. Mit dem Ball ist mir nichts gelungen“, sagt ein selbstkritischer Kapitän nach dem Frankfurt-Spiel. Rein statisch kann man dem nun 33-jährigen Irvine nicht widersprechen: Bei bescheidenen 29 Ballaktionen, 13 gespielten Pässen und einer Passquote von 31 Prozent war es wahrlich nicht sein bestes Spiel. „Besonders heute, wo ich ein schwaches Spiel mit dem Ball hatte, müssen die Defensivaktionen klar sein.“ Und das waren sie: Zum fünften Mal in dieser Saison blieb man ohne Gegentor.

Ganz so doll ins Gewicht fielen die Irvine-Statistiken also nicht. Oder doch? „Ihr könnt heute lieber diese Statistik veröffentlichen, anstatt meine Passquote zu nennen“, sagte der Kapitän auch deshalb mit einem Lächeln im Gesicht nach dem Spiel. Was er meint? Immer wenn der Kapitän in dieser Saison über die komplette Distanz von 90 Minuten gegangen ist, hat St. Pauli nicht verloren. „Das bringt uns am Ende gar nichts. Aber ich hoffe einfach, dass ich die Jungs gut anführen kann.“

Nur Sinani lief gegen Frankfurt mehr als Irvine

Vorweggehen, das tut Irvine in jedem Fall. Und rennen. Mit 12,27 abgespulten Kilometern beackerte er das Zentrum erneut unermüdlich. Lediglich Sinani lief knapp mehr (12,34 km) als sein Kapitän. Dass man generell „sehr viel laufen“ musste, war für den Australier auch der Grund, warum in der Schlussviertelstunde sichtlich die Luft raus war: „Man konnte sehen, dass wir irgendwann nicht mehr dieselbe Energie hatten“, sagt ein dennoch zufriedener Irvine. Auch dem Publikum wurde dies mit zunehmender Spieldauer klar: „Die Fans konnten spüren, dass es in den letzten 15 Minuten eher darum ging, den einen Punkt mitzunehmen.“

Ging auch gegen Eintracht Frankfurt als Kapitän voran: St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine applaudiert mit seinem Team den heimischen Fans. IMAGO / Lobeca
Ging auch gegen Eintracht Frankfurt als Kapitän voran: St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine applaudiert mit seinem Team den heimischen Fans.

Irvine findet St. Paulis Momentum „witzig“

Von verlorenen zwei Punkten wollte auch Blessin nach dem Spiel nicht sprechen, war man doch insgesamt sehr zufrieden mit der Leistung. Das Momentum, welches Irvine „witzig“ findet, weil es „nicht wissenschaftlich zu erklären ist“, hat seine Mannschaft nach nun sechs ungeschlagenen Heimspielen in Folge und sieben Punkten aus drei Spielen in jedem Fall. Und dieses hat man sich hart erarbeitet.

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Trotz ausgebliebener drei Punkte ist man zufrieden auf dem Kiez, das gilt trotz Selbstkritik auch für St. Paulis ältesten Spieler. Dass Irvine dies mit seinen 33 Lanzen im Kader von St. Pauli ist, darin wird er im Übrigen jeden Tag erinnert: „Ich fühle das in der Kabine mit den ganzen Jungen. Wenn ich in die Kabine komme mit meinen Trikots und sie kennen die Namen, die hinten draufstehen, nicht, dann weiß ich: Ich bin der älteste Spieler im Team.“

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