FC St. Pauli

Kommentar zum Zweitliga-Spielplan: Warum St. Pauli sich freuen darf

Fans des FC St. Pauli in der Südtribüne beim Auflaufen der Mannschaften im Millerntor-Stadion.
Die Fans des FC St. Pauli am Millerntor können der Mannschaft oft noch mal einen entscheidenden Schub geben.

Der Spielplan hat dem FC St. Paul ein Millerntor-Plus beschert. Doch es gibt auch einige emotionale Herausforderungen im Kalender. Ein Kommentar.

Mit großer Spannung wird alljährlich von der Kreis- bis zur Bundesliga die Bekanntgabe des neuen Spielplans erwartet. Natürlich schauen auch Spieler und Verantwortliche darauf, wann vermeintlich ungeliebte Auswärtsreisen anstehen, wann man sich mit dem Lieblingsgegner messen darf. Grundsätzlich aber ist es müßig, dem Ganzen irgendeine Wertigkeit abzuverlangen. Schlussendlich tritt man ohnehin gegen jeden Kontrahenten zweimal an, da ist das „Wann“ eigentlich egal.

Wobei es doch zumindest in Nuancen Vor- oder Nachteile auszumachen gibt. Der FC St. Pauli seines Zeichens freut sich gewiss nicht zu Unrecht darüber, mit einem Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth starten zu dürfen und auch zum Saisonausklang gegen Eintracht Braunschweig Heimrecht zu haben. Am Millerntor ist grundsätzlich immer mehr drin als irgendwo auswärts, und um den von Sportchef Andreas Bornemann erhofften guten Start hinzulegen nach Abstieg und Kader-Umbruch, sind die Fans im Rücken ein Faustpfand. Gleiches gilt für das Saisonfinale, auch wenn jüngste Ereignisse gegen Wolfsburg gezeigt haben, dass es für nichts eine Garantie gibt.

St. Pauli-Trainer Rapp ist direkt zurück in Kiel

Was in Bezug auf die neue Saison, den Spielplan und den Kiezklub noch eine Geige spielt, ist die emotionale Komponente. Zunächst einmal für Trainer Marcel Rapp, dessen erstes Auswärtsspiel mit dem neuen Verein ihn ausgerechnet an die alte Wirkungsstätte nach Kiel fahren lassen wird. Dort wartet dann zu allem Überfluss noch jemand, dem manch ein für den FC St. Pauli arbeitender Mensch sehr gern gar niemals mehr hätte begegnen wollen. Die Erfahrung aus der Zeit, als Tim Walter den HSV in Derbys coachte, haben teils tiefe Narben hinterlassen.

Und dann ist da natürlich noch Hauke Wahl, nach Wolfsburg gewechselter Fan-Liebling. Im Gespräch mit der MOPO hatte er verraten, dass er darauf verzichtet hatte, sich die Kommentare zu seinem Transfer bei Social Media zu geben, und eingeräumt, dass ihn negative Texte tief treffen würden. Nun steht bereits in gut zwei Monaten seine Rückkehr an. Er wird dann live erfahren, ob die Menschen ihm sein Tun verübelt haben oder im Idealfall eben nicht.

Mit großer Spannung wird alljährlich von der Kreis- bis zur Bundesliga die Bekanntgabe des neuen Spielplans erwartet. Natürlich schauen auch Spieler und Verantwortliche darauf, wann vermeintlich ungeliebte Auswärtsreisen anstehen, wann man sich mit dem Lieblingsgegner messen darf. Grundsätzlich aber ist es müßig, dem Ganzen irgendeine Wertigkeit abzuverlangen. Schlussendlich tritt man ohnehin gegen jeden Kontrahenten zweimal an, da ist das „Wann“ eigentlich egal.

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