Kommentar zum Trainerwechsel: St. Pauli braucht einen echten Aufbruch!
Wer noch die Worte der Saisonabschluss-Runde zwei Tage nach dem Abstieg im Ohr hat, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen der FC St. Pauli und Trainer Alexander Blessin den gemeinsamen Weg fortsetzen wollten, dem muss in den vergangenen Tagen klar geworden sein: ein Weiter-so war nach nunmehr drei Wochen kaum möglich, eine Trennung fast schon folgerichtig. Es wäre indes naiv zu glauben, dass nur Blessin über St. Paulis Trainerfrage entschieden hat und der Verein in der passiven Warteposition war. Beide Seiten waren einerseits im Austausch, haben aber auch ihren Spielraum genutzt.
Zur Erinnerung: „Es geht nur mit hundert Prozent“, hatte Sportchef Andreas Bornemann zur unmissverständlichen Voraussetzung gemacht, dass Blessin die Mannschaft auch im Unterhaus führt. Je mehr darüber bekannt wurde, dass der Schwabe beim VfL Wolfsburg am Ende einer von zwei Topkandidaten war, desto eindeutiger war, dass die geforderte „hundertprozentige“ Überzeugung gar nicht mehr erreicht werden konnte. Die Saison nach einem Abstieg ist extrem herausfordernd bis brutal. Da braucht es einen Trainer als Überzeugungstäter und keinen (auch in der Außenwirkung) zögernden Frontmann, für den St. Pauli die maximal zweitbeste Lösung ist.
St. Pauli hätte Blessin-Verbleib nicht begründen können
Es war angesichts des laufenden Vertrages logisch, dass der Verein seinem Coach Bedenkzeit eingeräumt hatte, die St. Pauli im Übrigen ja auch selbst genutzt hat für weitere Analysen, Überlegungen, Gespräche sowie einen Plan B. Das ist nur professionell. Und hätte sich Wolfsburg am Ende für Blessin und nicht für Tobias Strobl entschieden, dann wäre eine Ablösesumme fällig geworden. Aber: Es ist jetzt zu viel passiert. Ein Verbleib von Blessin wäre nicht mehr als positive Stabilisierungs-Maßnahme zu verkaufen gewesen. Das Zeitfenster dafür gab es anfangs, aber es war seit einigen Tagen zu.
Bei einem Neustart nach einem Abstieg ist Aufbruchstimmung unerlässlich. Mit Signalwirkung, nach innen und außen. Da geht es nicht um Parolen und Behauptungen, sondern um Überzeugung und Glaubwürdigkeit. Das wäre mit Blessin nicht mehr möglich gewesen.
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St. Pauli braucht einen echten Aufbruch. Etwas Neues. Jemand Neues, der diesen verkörpert. Möglichst jemanden, für den ein FC St. Pauli in Liga zwei kein Abstieg ist, sondern eine Chance, und der so sehr brennt, dass er in der Mannschaft und auch bei den Fans wieder das Feuer entfachen kann.