Kommentar: Was St. Pauli jetzt garantiert nicht hilft

St. Pauli-Trainer Alexander Blessin schaut ernst
Alexander Blessin ist beim FC St. Pauli noch gesetzt als Trainer.

Besondere Situationen schreien nach besonderen Maßnahmen. Das ist bedeutend einfacher, wenn es sich um eine positive Entwicklung handelt, und wird problematisch, sobald man gegen den Niedergang ankämpft. So wie im Fall des FC St. Pauli, der idealerweise noch gut zwei Wochen Zeit hat, den Rückfall in die Zweitklassigkeit zu vermeiden. Und der gewiss effektive und im Zweifel auch plakative Gegenmaßnahmen einleiten würde – wenn die über blinden Aktionismus hinausgingen.

Der Eindruck, der sich aus der Distanz ergibt, kann negativ interpretiert werden, wenn man es denn möchte. Der Kiezklub ist mit jedem neuen Spieltag intensiver vom Abstieg in die 2. Liga bedroht, dennoch geschieht gefühlt nichts, was eine radikale Veränderung herbeiführen könnte. Könnte. Konjunktiv.

St. Pauli könnte Blessin ersetzen – aber wäre das effektiv?

Es wäre eine Möglichkeit, auf der Trainerposition tätig zu werden, vermeintlich frischen Wind von extern hineinwehen zu lassen in der Hoffnung auf blitzschnelle Wirkung. Alexander Blessin könnte bei Verbleib (davon ist auszugehen) die taktische Marschroute verifizieren, das System umstellen, beispielsweise auf lange Bälle setzen, generell das Risiko maximieren. Mannschaft, Trainer und Staff könnten sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen, ein Kurztrainingslager buchen, sich einigeln in Harsewinkel, Hitzacker, Herzlake.

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Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Nach Olympia-Aus: Was Hamburger jetzt vom Bürgermeister erwarten

  • Block-Sündenbock: Warum der Familienanwalt Costard in den Fokus rückt

  • Public Viewing: In welchen Bars, Biergärten und Kneipen Sie die Fußball-WM gucken können

  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche

  • 16 Seiten Sport: Aus für Blessin bei St. Pauli & Jattas emotionale HSV-Reise

  • 28 Seiten Plan7: Konzerte und mehr im Schanzenzelt, Gastro-Comeback & Tipps für jeden Tag

„Endlich machen die mal was“, würden vermutlich viele Leute sagen, wenn denn irgendwas vom eben Aufgelisteten geschähe. „Konnte ja so nicht weitergehen.“ Oder vielleicht doch? Gibt es eine Garantie darauf, dass irgendeine der erwähnten Veränderungen Positives bewirken würde? Ist es so viel unwahrscheinlicher, dass der Glaube daran, dass es bisher so richtig gewesen ist und auch bleiben wird, der richtige Weg wäre?

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Diejenigen, die verantwortlich sind beim FC St. Pauli, handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Sie haben ihre Überzeugung, und die hat den Verein in den vergangenen Jahren stetig weiter nach oben geführt, oft wider öffentlichen Strömungen. Mag sein, dass sie diesmal tatsächlich falschliegen. Es wäre menschlich. Und seriös beurteilen kann man das erst, wenn der letzte Abpfiff 2025/26 ertönt ist.

Besondere Situationen schreien nach besonderen Maßnahmen. Das ist bedeutend einfacher, wenn es sich um eine positive Entwicklung handelt, und wird problematisch, sobald man gegen den Niedergang ankämpft. So wie im Fall des FC St. Pauli, der idealerweise noch gut zwei Wochen Zeit hat, den Rückfall in die Zweitklassigkeit zu vermeiden. Und der gewiss effektive und im Zweifel auch plakative Gegenmaßnahmen einleiten würde – wenn die über blinden Aktionismus hinausgingen.

Der Eindruck, der sich aus der Distanz ergibt, kann negativ interpretiert werden, wenn man es denn möchte. Der Kiezklub ist mit jedem neuen Spieltag intensiver vom Abstieg in die 2. Liga bedroht, dennoch geschieht gefühlt nichts, was eine radikale Veränderung herbeiführen könnte. Könnte. Konjunktiv.