Kommentar: Was St. Pauli den Fans zurückgeben muss
Das Bild, das haften bleibt, ist naturgemäß kein schönes. Wer ein Heimspiel mit 0:5 verliert – egal in welcher Liga, egal gegen welchen Gegner –, der muss sich unangenehme Fragen gefallen und Antworten einfallen lassen. Darauf haben all jene, die Eintritt gezahlt haben, einen Anspruch. Aber es gilt auch zu berücksichtigen, dass da Menschen auf dem Platz stehen. Gut entlohnte gewiss, aber eben Menschen. Auch beim FC St. Pauli.
Die Reaktionen von Verantwortlichen und Spielern nach der bösen Klatsche gegen den FC Bayern waren eindeutig. Zum Spielball des Rekordmeisters waren die Kiezkicker mutiert, hatten sich filetieren lassen ohne große Gegenwehr, so die Wahrnehmung und Selbstanklage. Dass so etwas nicht passieren sollte, ist unstrittig. Dass es trotzdem passieren kann, ist erklärbar.
St. Pauli ist vor solchen Rückschlägen nicht gefeit
Wer im zweiten Jahr in Folge um die pure Existenz kämpft, wer nur wenige Erfolgserlebnisse, dafür aber massenhaft Nackenschläge verbuchen muss, wer infolgedessen logischerweise irgendwann mal mit der Kraft und im Geiste zu Fuß unterwegs ist, der ist vor solchen Tiefpunkten nicht gefeit. Zumal in Momenten, in denen man gegen eine Übermacht früh und aussichtslos hinten liegt und nur noch möchte, dass die Pein ein baldiges Ende findet. Insofern gilt: Haken hinter …
… und Reaktion zeigen! Denn was gar nicht ginge, wäre eine Wiederholung der Ereignisse. Generell, aber vor allem am Freitagabend gegen Köln. Auch dieses Spiel könnte der FC St. Pauli verlieren, wie jedes andere im professionellen Bereich. Aber es geht um die Signale. Kapitulation wie in der zweiten Hälfte gegen die Bayern wäre morbide für die Beziehung zwischen Team und Fans, die zusammen schon so manchen Karren aus tiefstem Dreck gezogen haben.
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Das – und nur das – muss das Ziel sein auf der Zielgeraden des Klassenkampfs. Möglich, dass es aus irgendeinem Grund am Ende nicht reicht. Aber dann muss man sich gegenseitig in die Augen schauen können, mit dem Wissen, alles, was man hat, investiert zu haben.