Kommentar: Was St. Pauli bei Irvine, Blessin & Co. jetzt besonders beachten muss

St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine mit Trainer Alexander Blessin und Sportchef Andreas Bornemann.
St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine im Austausch mit Trainer Alexander Blessin (M.) und Sportchef Andreas Bornemann

Die Geschlossenheit war das Markenzeichen rund ums Millerntor. In den vergangenen Jahren, in der vergangenen Saison, sogar noch nach dem ultimativen Abpfiff. Der FC St. Pauli hat kein Blatt Papier zwischen sich und seine einzelnen Teile kommen lassen – und steckt aktuell in einer Phase, in der es gilt, die Stabilität nicht von innen aufweichen zu lassen. Die Gefahr ist durchaus gegeben.

Zum einen durch die Trainer-Thematik. Die Verantwortlichen haben Alexander Blessin klare Signale gesendet, der ist nun gefordert und sollte sich nicht zu viel Zeit lassen, sich entweder zum Kiezklub zu bekennen oder einzuräumen, dass er nicht glaubt, mit vollen 100 Prozent in eine Zweitliga-Saison zu gehen. Im vergangenen Sommer hatte er so lange nachdenken müssen, dass am Ende ein Foto bei Instagram nötig war, um die Situation aufzulösen. Das, sagte Blessin am Montag in einer großen Medienrunde, sei diesmal nicht nötig. Es würde St. Pauli sehr helfen, wenn er Wort hält.

Auch die Rolle von St. Pauli-Kapitän Irvine wird hinterfragt

Und dann ist da noch die Causa Irvine. Der Kapitän, nach wie vor sehr gut gelitten in großen Teilen des Anhangs, hatte mit dem Hinweis, alle im Verein sollten sich hinterfragen, ob sie alles gegen den schließlich eingetretenen Abstieg getan hätten, durchaus Irritationen ausgelöst bei den Kluboberen. Das hatte Sportchef Andreas Bornemann in besagter Medienrunde unverblümt zum Ausdruck gebracht und zudem klargestellt, dass bei der Saisonanalyse alles, also auch die Rolle des Australiers, auf den Prüfstand käme.

Es ist normal, dass ein Abstieg nicht mit Friede, Freude, Eierkuchen begleitet wird. Ein kritischer Blick auf die Umstände ist zwingend notwendig, es darf durchaus mal krachen, vielleicht ist das sogar ganz gesund so. Allerdings sollte das intern geschehen, wie es der FC St. Pauli in junger Vergangenheit immer gehandhabt hat, und möglichst nicht nach außen dringen. Denn klar ist: An der neuen Saison hängt eine ganze Menge. St. Pauli ist mitnichten der Klub, der aus der 1. Liga absteigt und als logischer Aufstiegsfavorit im Unterhaus startet. Man frage nach in Kiel oder Bochum, wie spaßbefreit es werden kann. Unruhe ist da ein ganz schlechter Begleiter.

Die Geschlossenheit war das Markenzeichen rund ums Millerntor. In den vergangenen Jahren, in der vergangenen Saison, sogar noch nach dem ultimativen Abpfiff. Der FC St. Pauli hat kein Blatt Papier zwischen sich und seine einzelnen Teile kommen lassen – und steckt aktuell in einer Phase, in der es gilt, die Stabilität nicht von innen aufweichen zu lassen. Die Gefahr ist durchaus gegeben.