Kommentar: Warum St. Pauli nicht vor Wolfsburg zittern muss
Es gibt immer unterschiedliche Arten und Weisen, mit Dingen umzugehen. Seien sie auch noch so unschön wie zum Beispiel der sportliche Abstieg aus der höchsten Fußball-Liga einer Nation. Man kann das mit Niveau machen, mit tief empfundener Traurigkeit, vielen Tränen und ersten Ansätzen der Hoffnung, dass alles wieder gut werden wird. So geschehen beim FC St. Pauli vor zwei Wochen nach dem 1:3 gegen den VfL Wolfsburg – der wiederum nun zum Besten gab, wie es eben auch laufen kann, nämlich im Grundton deutlich aggressiver, mit wütenden Menschen, attackierten Spielern und einer Meute aus Aasfressern, die sich jetzt genüsslich auf ein seit jeher kritisiertes Vereinskonstrukt und deren Trümmer stürzt.
Klar, die Fallhöhe war für Wolfsburg deutlich extremer als für St. Pauli. Dafür landet der Kiezklub sehr viel härter in der Realität 2. Bundesliga, wird sich schütteln und gewieft sowie mit dem nötigen Glück vorgehen müssen, um sich wieder zu stabilisieren. Der VfL hingegen landet auf einem Gebirge aus Wattebäuschchen und hatte schon vor dem Abstieg eine sofortige Rückkehr proklamiert. Erster Aufsteiger 2026/27? Keine Frage! Oder doch?
St. Pauli hat die Erfahrung – und Wolfsburg den XXL-Etat
Unterm Strich werden die Niedersachsen, das ist an Aller und Ise zu vernehmen, mit einem Etat von über 50 Millionen Euro an den Zweitliga-Start gehen. Kein anderer Verein wird auch nur ansatzweise in die Nähe dieser Größenordnung kommen.
Das ist aktuell aber auch alles an Pfunden, mit denen der VW-Klub wuchern kann. Es gibt noch lustiges Rätselraten um die Besetzung der sportlichen Leitung, die sich dann wiederum erst einmal auf die Suche nach einem Trainer machen muss, um schließlich – wenn einer gefunden ist – mit dem zusammen einen völlig neuen Kader zusammenzustellen.
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St. Pauli hat aus langjähriger Erfahrung großen Respekt vor der 2. Liga. Daraus muss jetzt beileibe keine Angst werden, nur weil vermeintlich große Wölfe ihr Unwesen treiben. Und im Vergleich zum prominenten Mitabsteiger hat man auf dem Kiez vergleichsweise wenig Druck.