Kommentar: St. Pauli sendet ein starkes Signal an die Konkurrenz
Es war eine dieser Situationen, die den Mannschaftssport so besonders wertvoll machen. Eine, in der man zusammen gnadenlos untergehen und dafür auch Begründungen finden kann – oder sich wehren mit allem, was man hat, um dem Schicksal die Stirn zu bieten. Der FC St. Pauli hat sich beim Spiel gegen den VfB Stuttgart für die B-Variante entschieden. Und damit möglicherweise einen großen Vorteil gegenüber der direkten Konkurrenz aufgedeckt.
Es wird nicht wenige Menschen am Millerntor gegeben haben, die bei der Bekanntgabe der Aufstellung und der Auflistung der fehlenden Spieler gedacht und/oder gesagt haben: Können wir mit dem Samstagnachmittag vielleicht noch was Besseres und weniger Deprimierendes anstellen, als dem Spiel hier live beizuwohnen? Acht potenzielle Startelf-Akteure hatten dem Kiezklub gefehlt, darunter bekanntermaßen absolute Säulen.
St. Pauli zeigte gegen Stuttgart, dass man ein Team ist
Das kann den K.o. einer Mannschaft bedeuten. Zumal dann, wenn man eh ums pure Überleben kämpft, wenn es in jüngerer Vergangenheit diverse Tiefschläge und schon lange keinen Sieg mehr gegeben hatte, wenn der Gegner gerade auf einer absoluten Erfolgswelle schwimmt. Ein 0:2, 0:3, 0:4 gegen Stuttgart wäre für niemanden überraschend gekommen. Aber genau daraus kann man eben auch positive Energie ziehen …
… wenn man ein Team im Sinne eines Teams ist. Dann erwächst aus solch unglücklichen Umständen ein noch größeres Zusammengehörigkeitsgefühl und der Wille, es allen da draußen, die einem nichts mehr zutrauen, zu zeigen. Klar, es braucht auch den Glauben an die eigene Stärke, Qualität, das nötige Quäntchen Glück, Tore zum richtigen Zeitpunkt. Aber all das kann man forcieren, beeinflussen und im Idealfall dadurch einen Schub lostreten, der einen durch die nahe Zukunft trägt.
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Eine Garantie darauf, dass das jetzt auch so kommen wird, ist das freilich nicht. Aber ein Hoffnungsschimmer, den man sich andernorts ebenfalls wünschen, aber kaum vorstellen kann. In Wolfsburg oder Bremen würden sie vermutlich drei Kreuze machen, wenn sich die Mannschaft auch als eine solche präsentierte. Denn in engen Szenarien kann genau das die entscheidenden Prozentpunkte bringen.