Fan-Proteste am Millerntor

Fan-Proteste gab es zuletzt u.a. auch am Millerntor. Foto: WITTERS

Kommentar: Politik gegen Fans – dieses Vorgehen verstößt gegen demokratische Werte

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Zugegeben, man muss ein wenig aufpassen, die Dinge nicht arg zu eindimensional zu betrachten. Fußballanhänger:innen sind gewiss nicht durch die Bank handzahme Schäfchen, es gibt in jedem Klub sogenannte Problemfans und in unschöner Regelmäßigkeit Vorfälle, für die einem von außen jede Form von Verständnis abgeht. Dass man in der Causa IMK mit all den angedachten Maßnahmen dennoch dazu tendiert, sich auf die Seite der Betroffenen zu schlagen, hat vor allem einen Grund.

Zumindest mit meinem Demokratieverständnis hat die gesamte Vorgehensweise nahezu gar nichts gemein. Allein die Tatsache, dass von Beginn an darauf verzichtet wurde, relevante Fanvertreter:innen an den Verhandlungstisch zu holen, ist ein komplettes Unding. Den Schuh muss sich im Übrigen nicht nur die Politik anziehen, auch DFB und DFL geben kein gutes Bild ab.

Wenn man aber schon völlig außen vor gelassen wird, während hinter verschlossener Tür über einen gesprochen und verhandelt wird, wäre es das Mindeste, über den aktuellen Sachstand Informationen erlangen zu können. Aber auch das wird der Fanseite versagt, indem die Nummer zur Verschlusssache erklärt wurde.

Keine Fanvertreter:innen am Verhandlungstisch – ein Unding!

Das, was trotzdem bisher nach außen gedrungen ist, macht alles eher schlimmer als besser. Sollte es künftig tatsächlich möglich sein, Stadionverbote mit einer Länge von mindestens drei Monaten quasi auf Verdacht pauschal zu verhängen, sogar bei im Nachhinein eingestellten Ermittlungsverfahren, wäre das ein schlimmes Zeichen.


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Allein schon die Tatsache, dass Vereinsvertreter:innen wie im St. Pauli-Fall Vizepräsidentin Luise Gottberg öffentlich darauf hinweisen müssen, dass die Unschuldsvermutung natürlich auch für Fußballfans gilt, zeigt die alarmierenden Tendenzen auf. Und dass es wohl ernsthaft die Idee gibt, dass sich die Klubs im Zuge eines Spieltags nicht mehr kritisch über Polizeieinsätze wie zum Beispiel jenen gegen FCSP-Fans jüngst in Frankfurt äußern dürfen, gibt auch zu denken.

Es kann in der Summe nicht im öffentlichen Interesse sein, das Gegeneinander zu forcieren und ein Miteinander für die Zukunft quasi ad absurdum zu führen. 

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