Kommentar: Mit diesem Spieler sollte St. Pauli verlängern

Johannes Eggestein und Jackson Irvine jubeln
Johannes Eggestein (r.) hat seine Zweifler verstummen lassen, kommentiert MOPO-Sportchef Frederik Ahrens.

Der FC St. Pauli setzt auf Kontinuität. Am Mittwoch teilte der Klub mit, dass der Aufsichtsrat den seit mehr als zehn Jahren amtierenden und auf vielen Ebenen so erfolgreichen Präsidenten Oke Göttlich für eine weitere Amtszeit nominiert. Es ist eine wichtige Zeichensetzung innerhalb eines Vereins, der auch deshalb so erfolgreich arbeitet, weil Streitigkeiten intern geregelt werden und in aller Regel nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Und was für den Verein insgesamt gilt, das überträgt sich auch auf die Mannschaft. Der Aufstieg und die weitgehend stabilen Leistungen in der Bundesliga, sie wären nicht denkbar, wenn es innerhalb des Teams nicht stimmen würde. Für dieses funktionierende Klima braucht es wichtige Eckpfeiler, die die Richtung vorgeben. Kapitän Jackson Irvine wäre da an erster Stelle zu nennen, auch Hauke Wahls Stimme ist sehr wichtig. Und die von Johannes Eggestein.

Eggestein darf nicht nur an Toren gemessen werden

Der Stürmer ist alles andere als ein Lautsprecher. Bemerkenswert abgeklärt schafft es der Student der Psychologie dafür wenige Minuten nach dem Abpfiff, ein Spiel passgenau zu analysieren. Nun ist Eggesteins erste Aufgabe aber natürlich nicht, die Dinge einzuordnen, sondern dabei zu helfen, Erfolge einzufahren. Und da hatte es in den ersten Saisonmonaten Zweifel gegeben, ob der 26-Jährige die benötigte Klasse für die Bundesliga mitbringt.

Die Zweifler aber sind verstummt. Das liegt nicht nur daran, dass Eggestein in seinen vergangenen fünf Einsätzen fünf Scorer-Punkte (drei Tore, zwei Vorlagen) sammelte. Schließlich durfte schon zuvor jeder wissen, dass der Stürmer nicht in erster Linie an Toren gemessen werden darf, Eggesteins Stärken sind es viel eher, die Mitspieler in Szene zu setzen und als eine Art erster Verteidiger gegen den Ball zu arbeiten, was er zuletzt hervorragend umgesetzt hat.

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St. Pauli wäre daher gut beraten, den auslaufenden Vertrag alsbald zu verlängern. Dass Eggestein öffentlich dieses Thema nie aufgemacht hat – ein in der Szene eher unübliches Verhalten – ist schließlich auch ein Beweis dafür, dass der Verein da einen ziemlich guten Typen vorne drin hat.