Kommentar: „Kader in Trümmern“? Das Gegenteil ist bei St. Pauli richtig

Andreas Bornemann grimmig im Millerntor-Stadion
Andreas Bornemann ist der Transfer-Chef am Millerntor.

Rein nominell ist jetzt auch die letzte große Lücke gestopft. Nach MOPO-Informationen hat der FC St. Pauli in Arminia Bielefelds Louis Oppie den ersehnten Ersatz für den zum SC Freiburg verkauften Philipp Treu gefunden und somit auch die Linksverteidiger-Position wieder doppelt besetzt. Neun Tage nach dem Trainingsstart und mehr als einen Monat vorm ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal haben Sportchef Andreas Bornemann und Co. bereits das Gros der Transferaktivitäten erledigt. Chapeau!

Vor einer Woche hatte sich der „Kölner Express“ dem Kiezklub gewidmet und war zu einer interessanten Schlussfolgerung gelangt: „Der Kader liegt in Trümmern“, war unter anderem in der Headline zu lesen, was schon seinerzeit eine sehr eigene Interpretation der Sachlage gewesen ist. Schließlich hatten die Hamburger da bereits ein halbes Dutzend neuer Profis verpflichtet. Einige Tage und zwei Transfers später (neben Oppie noch Andréas Hountondji) ist der Kader viel mehr ein renoviertes Gebäude, als dass er in Trümmern läge.

St. Pauli hat seinen Bundesliga-Kader deutlich verstärkt

Dass es trotz vieler verbliebener Säulen noch die Gefahr einer möglichen Instabilität gibt, ist ebenso unstrittig wie logisch. Das ist schlicht normal bei einer etwas größeren Fluktuation, und manch einer mag als Begründung zudem noch anfügen, dass St. Pauli sich wieder einmal im Segment der Wundertüten verdingt hat bei der Suche nach Verstärkungen. Das allerdings hat in der Vergangenheit ganz herausragend funktioniert bei Braun-Weiß. Und: Fast die komplette Vorbereitung liegt noch vor Coach Alex Blessin und seinen Mannen. Zeit genug, Bausteine zu schleifen, passend ineinander zu fügen – und im Zweifelsfall noch einmal nachzujustieren.

Eine Garantie dafür, dass der braun-weiße Komplex resistent sein wird gegen Erstliga-Erschütterungen, gibt es freilich nicht. Das wäre allerdings nicht anders, hätten ausnahmslos namhafte Akteure den Weg ans Millerntor gefunden. Aktuell gilt es einzig, der Umtriebigkeit und Zielstrebigkeit der Verantwortlichen Respekt zu zollen. Zum einen wegen des reinen Umfangs des Tuns. Zum anderen, weil man einmal mehr das Gefühl hat, all das folge einem ebenso spannenden wie durchdachten Plan.