Kommentar: Bei St. Paulis Kaderplanung wird sich langes Warten auszahlen
Zum Nichtstun verurteilt und machtlos zu sein, ist generell kein so pralles Gefühl. Bei Fußball-Fans wiederholt sich dieser Zustand regelmäßig, und auch die Anhängerschaft des FC St. Pauli rutscht bereits unruhig hin und her, wenn es um die Kaderplanung ihres Herzensvereins geht. Die jüngere Vergangenheit hat gelehrt, dass ein Begriff wie Hektik diesbezüglich keinen Zutritt hat am Millerntor – und dass sich Vertrauen in die handelnden Personen und langes Warten auszahlt.
Es liegt in der Natur der Sache, dass sie alle jetzt wieder explizit auf Andreas Bornemann schauen. Ist nicht neu für den Sportchef, er macht den Job ja schon ein paar Tage, und es wird ihn auch nicht von seiner Linie abbringen. Eine Linie, die ihm ungerechtfertigterweise teils vorgeworfen wird, wie aktuell in Bezug auf die Personalie Marcel Hartel. Dabei war es konsequent und richtig, das Gehaltsgefüge nicht wegen eines Spielers über den Haufen zu werfen und damit zu riskieren, dass ein über Jahre hinweg geschaffenes stabiles Bauwerk ins Wanken gerät.
Bei Scheidler stieg St. Pauli-Boss Bornemann lieber aus
Und man erinnere sich an die Stürmersuche vor zwei Jahren, als Bornemann im Poker um einen gewissen Aurélien Scheidler trotz hohen öffentlichen Drucks irgendwann ausstieg und lieber nichts vorzuweisen hatte als sinnlos rausgepfefferte Kohle. Bari zahlte seinerzeit zwei Millionen Euro Ablöse, Scheidler fasste nie Fuß und steigt gerade mit dem FC Andorra aus Spaniens 2. Liga ab.
Von daher will gut Ding Weile haben. Verpflichtungen wie Jackson Irvine, Connor Metcalfe, Eric Smith, Elias Saad, Karol Mets oder Dapo Afolayan haben gezeigt, dass das Scouting großartig funktioniert auf dem Kiez, dass die Namen keine bekannten sein müssen, um das große Ganze nach vorne zu bringen. Zudem ist jetzt schon klar, dass sich die Leihspieler-Themen bei Aljoscha Kemlein und Scott Banks noch ziehen werden.
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Aber allen, deren primäre Stärke Geduld nicht ist, sei gesagt: Vermutlich müssen sie keine Wochen mehr warten bis zum ersten vorzeigbaren Ergebnis.