Kommentar: Angriffe auf St. Pauli-Sportchef Bornemann sind verwunderlich

Andreas Bornemann beim Trainingslager in Scheffau am Wilden Kaiser.
Der Trend beim FC St. Pauli unter Sportchef Andreas Bornemann geht kontinuierlich bergauf.

Es ist bereits das sechste Dienstjahr, das für ihn beim FC St. Pauli begonnen hat. Und wenn man schaut, wo der Kiezklub stand, als Andreas Bornemann im Sommer 2019 gekommen ist, lässt sich unschwer feststellen, dass es seitdem kontinuierlich bergauf ging mit dem bisherigen Höhepunkt des Bundesliga-Aufstiegs. Umso verwunderlicher ist es, dass es immer noch etliche Menschen gibt, die mit der Arbeitsweise des 52-Jährigen nicht warm werden.

Man kann quasi die Uhr danach stellen, wann es unruhig wird rund um Braun-Weiß. Nach wie vor kann es vielen Fans in den Transferphasen nicht schnell genug gehen mit Verpflichtungen, und wenn die zunächst ausbleiben, werden Zweifel gesät. Das ist aktuell nicht anders. Ungeachtet diverser Tatsachen.

Guilavogui und Stevens im Anflug

Zum einen ist der Markt immer noch in der Anschubphase, so wirklich Leben ist immer noch nicht in der Bude. Zum zweiten ist der Typ Angreifer, der bei St. Pauli ganz oben auf der Suchliste steht (oder im Idealfall stand), bei diversen Klubs heiß begehrt und entsprechend schwer zu finden. Dazu kommt, dass der Markt längst völlig die Contenance verloren hat, was Preis/Leistung angeht. Transfers im einstelligen Millionenbereich sind inzwischen gefühlte Schnäppchen, was die Aufgabe für kleinere Klubs nicht einfacher macht.

Das könnte Sie auch interessieren: St. Paulis Banks nach Verletzung: „Habe jetzt die Möglichkeit, es allen zu zeigen“

Nun hat St. Pauli in Morgan Guilavogui (Lens) einen Angreifer gefunden. Und all jenen, denen das noch zu dünn ist, sei prophezeit: Auch Rechtsverteidiger Fin Stevens (Brentford) wird kommen, und dabei wird es der Verein nicht belassen. Es ist halt Geduld gefragt, und das darf man als Blaupause für die kommende Spielzeit nehmen.

Verein sieht Chance auf den Klassenerhalt gesunken

Im Verein sieht man die Chance auf den Klassenerhalt seit dem Abgang von Fabian Hürzeler um zehn bis 20 Prozent gesunken. Nicht weil Alexander Blessin der schlechtere Trainer wäre, sondern weil alles an gewachsenen Automatismen neu erarbeitet werden muss. Die Zeit der Dauer-Feierei aus der Vorsaison ist vorbei, aber deswegen muss die Party nicht schlechter werden. Das Anspruchsdenken den neuen Gegebenheiten angepasst, könnten ekstatische Highlights herauskommen – wenn man denn die Ruhe bewahrt. Und dass sich das rentiert, hat die Vergangenheit zur Genüge gezeigt.