Joel Chima Fujita bei einem Zweikampf mit Niklas Dorsch

Joel Chima Fujita hatte in Heidenheim nur 24 Ballkontakte. Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Jani Pless

Königstransfer in der Krise: Wird Fujita zu St. Paulis größtem Härtefall?

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Er ist unbestritten einer der besten Kicker im Kader des FC St. Pauli, wenn nicht der Beste, was Fähigkeiten und Potenzial angeht. Lange Zeit war der japanische Nationalspieler mit seinen besonderen Qualitäten ein Leistungsträger, unverzichtbar und deshalb gesetzt. Doch in den vergangenen Spielen zeigte die Leistungskurve bei Joel Chima Fujita nach unten. Ausgerechnet in der entscheidenden Phase des Klassenkampfs steckt St. Paulis Königstransfer im Formtief und könnte in den letzten drei Saisonspielen zum prominentesten Härtefall werden. Aber können sich die Kiezkicker den Verzicht und die möglichen Folgen leisten?

Die bittere 0:2-Niederlage in Heidenheim war nicht nur für die Mannschaft ein Tiefpunkt, sondern auch für Fujita selbst. Zur Halbzeit war er ausgewechselt worden – so früh wie noch nie in dieser Spielzeit. In den ersten 45 Minuten hatte er auf der linken Außenposition im Angriff nur wenig zustande gebracht, fahrig in seinen Aktionen gewirkt und war nicht gut in den Zweikämpfen und im Anlaufverhalten gewesen und hatte sich zu viele Ballverluste und Fehlpässe geleistet. Zu wenig Energie, Aggressivität, Konsequenz. Kurz: Das Kraftpaket stand ziemlich neben sich.

FC St. Pauli: Joel Chima Fujita steckt im Formtief

Es wäre falsch, Fujita zu einem der Hauptschuldigen der Pleite zu stempeln, denn in Heidenheim hatte kaum ein St. Paulianer Normalform erreicht, aber bei wenigen Spielern war an diesem verdammten Samstagnachmittag in der Voith-Arena die Diskrepanz zwischen den Fähigkeiten und dem Leistungslimit einerseits und der Performance andererseits derart groß und deshalb auffällig, wie beim 24-Jährigen. Nicht nur gegen Heidenheim.


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Setzt ihm der Abstiegskampf und der damit verbundene Druck zu? Das wäre menschlich und nicht verwunderlich. Jedenfalls wirkt er nicht frei, nicht klar in seinen Aktionen. Fujita, der im vergangenen Sommer für 3,5 Millionen Euro vom belgischen Erstligisten VV St. Truiden zum Kiezklub gewechselt war und dessen Marktwert auf nun satte 10 Millionen Euro taxiert wird, ist immer noch ein junger Profi und spielt seine erste Saison in einer europäischen Topliga. Lange Zeit richtig gut, manchmal überragend.

Negativer Trend: Fujitas Spielzeit ging zuletzt zurück

29 von 31 Spielen hat Fujita in dieser Saison bestritten, 28 von Anfang an – das gilt auch für die vier Duelle im DFB-Pokal. Eine Partie verpasste er aufgrund einer Verletzung (und wurde in der darauffolgenden eingewechselt), im jüngsten Heimspiel gegen Köln (1:1) war er gelbgesperrt, nachdem er sich bei der Heimklatsche gegen Bayern München (0:5) von Michael Olise provozieren und zu einem unnötigen Foul hatte hinreißen lassen und war ausgewechselt worden, um nicht Gelb-Rot zu riskieren.

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In den vergangenen Spielen ist Fujitas Spielzeit kontinuierlich zurückgegangen. Nach 90 Minuten gegen Freiburg (1:2) waren es 73 gegen Union Berlin (1:1), 66 gegen Bayern und nach der Zwangspause im Köln-Spiel nun 45 Minuten.

Muss Fujita im Heimspiel gegen Mainz 05 auf die Bank?

Im kommenden Heimspiel gegen Mainz 05 könnte Fujita erstmals bei vollkommener Fitness auf der Bank landen und das wäre aus reinen Leistungsgründen durchaus nachvollziehbar. Andererseits ist die Personaldecke dünn und adäquate Alternativen sind rar gesät. Dass sich Trainer Alexander Blessin möglicherweise gar nicht leisten kann, den Hochveranlagten aus der Startelf zu nehmen, sagt schon einiges über die aktuell schwierige Lage, die sich durch das jüngste Saison-Aus von Angreifer Mathias Pereira Lage noch einmal verschärft hat.

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Die Fujita-Frage könnte zum prominentesten und größten Härtefall werden. Was würde es mit Fujita machen, wenn er gegen Mainz erstmals auf die Bank muss? Würde es den sehr ehrgeizigen Profi eher anstacheln oder aber hemmen und nachhaltig entmutigen? Und was würde das alles für die Zukunft des WM-Fahrers beim Kiezklub bedeuten?

Knifflige Entscheidung für Alexander Blessin

Eine knifflige Entscheidung für Trainer Alexander Blessin, der darauf gesetzt hatte, dass Fujita mit viel Einsatz und der richtigen Einstellung wieder die Kurve kriegt und sich selbst aus dem Tief zieht. Der Trend geht in die andere Richtung. Den Königstransfer aus Leistungsgründen auf die Bank zu setzen, hätte jedenfalls Signalwirkung – in viele Richtungen, auch nach innen, Stichwort: Leistungsprinzip. Das macht die Entscheidung noch schwieriger.

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