„Kein Verständnis dafür“: Lienen kritisiert St. Pauli – Verwunderung wegen Hountondji
Er ist schon lange nicht mehr wirklich da. Im Sommer 2022 verließ Ewald Lienen den FC St. Pauli endgültig, nachdem er den Kiezklub von Dezember 2014 bis zum Ende der Saison 2016/17 trainiert hatte, danach Technischer Direktor und im Anschluss Klubrepräsentant gewesen war. Sein Herz hängt weiterhin an Braun-Weiß, seine Reputation in Fankreisen bar jeder Debatte. Darum machte auch schnell die Runde, was der 72-Jährige nach dem 1:2 gegen Mainz zu sagen hatte.
„Ich habe kein Verständnis dafür, dass St. Pauli die erfolgreiche Konstruktion, die sie die ganzen Jahre hatten und weswegen sie auch aufgestiegen sind, aufgegeben hat“, kritisierte der 72-Jährige im Podcast „Der Sechzehner“, den Lienen seit vielen Jahren zusammen mit DZN-Kommentator Michael Born betreibt. Dann konkretisierte er: „Ich rede davon, dass es keine Außenstürmer mehr gibt.“
Ewald Lienen sieht großes Manko beim FC St. Pauli
Was Folgen habe, die längst erkennbar seien: „Ich kann keine vernünftigen Konter spielen, ich kann keine vernünftigen Seitenwechsel spielen, ich kann keine Steilpässe spielen. Und das ist für mich mit ein Grund, warum St. Pauli so torungefährlich ist“, stellte der langjährige Profi fest, der seit einigen Jahren wieder in seiner ostwestfälischen Heimat Schloß Holte-Stukenbrock nahe Bielefeld lebt.
Lienen nimmt St. Paulis Andréas Hountondji in Schutz
Einen, der zuletzt bei St. Pauli häufig in der Kritik stand, nahm er dabei in Schutz. „Andréas Hountondji war lange verletzt, dann wird er ausgewechselt und es heißt, er bringt nichts zustande. Wenn man mich ins Tor gestellt hätte, hätte ich auch nichts zustande gekriegt. Wenn ich MIttelstürmer bin, bin ich vielleicht nicht der Richtige für rechts oder links. Und wenn ich Rechtsaußen oder Linksaußen bin, bin ich nicht der Richtige fürs Zentrum. Vor allem dann nicht, wenn dahinter keine große Kreativität ist.“
Das könnte Sie auch interessieren: Saliakas fit für Leipzig?
Das alles zu erwähnen, ist keine Freude für den Mann, der der MOPO über seine Zeit bei St. Pauli sagte: „Es war mit das Schönste, was ich erlebt habe. Die Zeit und Verbindung zum Verein, zu den Menschen, hat mich geprägt. St. Pauli ist für mich eine zweite Familie geworden, eine Heimat, zu einem Stück von meinem Leben.“ Entsprechend leidet Lienen jetzt sehr mit seinem Ex-Verein: „Es tut mir weh, das zu sehen, dass sie zumindest jetzt in der Rückrunde chancenlos sind.“
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.